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Geschichte der vier Löschzüge
Im Jahre 1870 fanden sich mehrere junge Männer der Gemeinde zusammen, um eine freiwillige Feuerlöschmannschaft zu bilden. Es war erkannt worden, dass der Erfolg einer Brandbekämpfung nicht nur von der Anzahl der Helfer abhängt, sondern in erster Linie von deren Ausbildung und Können.
Bereits vor dieser Zeit waren verschiedene Löschgeräte vorhanden, wie aus alten Protokollen ersichtlich ist. Sie wurden auch bei verschiedenen Bränden in der Umgebung eingesetzt.
Die Feuerleitern und Feuerhaken waren im Jahr 1770 unter einem von der Gemeinde erstellten Bretterdach an "Hansjörg Mayers, Metzger, Söldgarten Mauer" aufgehängt. Die "Gemeindefeuerspritze, so nur auf einem Karren liegt" stand unter einem auf Kosten der Gemeinde gebauten Verschlag unten im Badhaus (Bad-Hotel). Im Jahr 1811 wurde die unbrauchbar gewordene Handspritze von dem Instrumentenmacher Schweizer repariert und umgegossen. 1845 kam zu der Handspritze eine Fahrfeuerspritze, die von zwei Pferden gezogen wurde. Beide Spritzen wurden im September 1857 um 100 Gulden der Firma Wieland in Ulm bei Erwerb einer neuen Feuerspritze zum Preis von 953 Gulden in Zahlung gegeben. Diese Spritze versah dann bis zum Kauf der ersten Tragkraftspritze TS 8 am 1.6.1935 ihren Dienst. Eine 30-sprossige Feuerleiter wurde von der Gemeinde 1812 erworben. Im November 1925 wurde sie durch eine Magirus-Leiter ersetzt. Eine entscheidende Verbesserung des Feuerlöschwesens brachte der Bau der Wasserleitung mit Hydranten in den Jahren 1885/1886. Die gesamten Baukosten betrugen damals 7454 Mark.
Die Feuerlöschmannschaft wurde im Jahr 1886 zu einer Pflichtfeuerwehr umgewandelt, die bis 1929 bestanden hat. Nach dem Beschluss des Gemeinderats vom 10.5.1929 wurde wieder eine Freiwillige Feuerwehr eingeführt. Die zweite TS 8 erhielt die Freiw. Feuerwehr im Jahre 1957. Von diesem Zeitpunkt ab wurde die 1935 erworbene TS 8 nur noch bei Hochwasser zum Leerpumpen der Keller verwendet.
Am 15.12.1964 konnte ein Feuerwehrauto der Marke "Ford" in Giengen/Brenz abgeholt werden. Bis dahin mussten alle Einsätze zu Fuß geleistet werden. Die erste Bewährungsprobe für das Fahrzeug kam beim Brand einer Heuhütte im Gewann Autal.
1965 erwarben am 19. Juni zwei Gruppen der Freiwilligen Feuerwehr das Leistungsabzeichen in Bronze. Diesem Beispiel folgte am 29. Juni 1968 eine dritte Abteilung. Seit diesem Zeitpunkt haben all die Jahre hindurch immer wieder Gruppen an solchen Prüfungen teilgenommen und Leistungsabzeichen in Bronze, Silber oder Gold geholt. Nur in den wenigsten Fällen kehrten die Kameraden mit leeren Händen zurück. Dies zeigt beständiges Üben, lange Vorbereitung und - ganz wichtig für solche Gruppen - eine gute Kameradschaft. Um eine einwandfreie Pflege des vorhandenen Schlauchmaterials zu erzielen, trat die Gemeinde 1966 der Zentralen Schlauchwerkstatt in Geislingen bei. Seither werden dort nach jeder Übung bzw. Einsatz die Schläuche gereinigt, getrocknet und soweit notwendig repariert.
1971 wurden die beiden Gemeinden Bad Überkingen und Hausen vereinigt. Somit ist die Freiwillige Feuerwehr Hausen als eigenständiger und gleichberechtigter Löschzug in die Gesamtfeuerwehr eingegliedert worden. Kommandant der vereinten Wehren wurde Hans Mayer aus Bad Überkingen, der dort dieses Amt schon seit 1956 innehatte. An der Hauptversammlung des Jahres 1972, am 14. Januar, sind die Posten neu vergeben worden. Zum Schriftführer wurde der spätere Kommandant Hof aus Hausen gewählt, gemeinsamer Kassier war ab sofort Horst Baumeister aus Bad Überkingen. >br/>Wie sich anhand des Protokollbuches mit 96 Eintragungen für 1973 sehen läßt, liefen die Übungen, Lehrstunden, Versammlungen und kameradschaftlichen Aktivitäten schon damals auf Hochtouren.
Im Jahre 1974 wurde die Überkinger Wehr nochmals erweitert, und zwar im Zuge der Eingemeindung um Unter- und Oberböhringen. Diese wurden ebenfalls als gleichberechtigte Löschzüge aufgenommen.
Kommandant Seybold aus Unterböhringen trat zurück und empfahl Walter Reichart als neuen Löschzugführer. In seinem Amt als Gruppenführer für Oberböhringen wurde Hans Ströhle bestätigt.
Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der Feuerwehr überhaupt war der Kauf eines neuen Löschfahrzeugs LF8 für Bad Überkingen. Damals zum stolzen Preis von 120000 DM ist das LF8 zwar keine Wunderwaffe im Kampf gegen das Feuer, aber dennoch eine beträchtliche Steigerung der Hilfsmöglichkeiten.
Bei der Schauübung an der Übergabefeier wurde mit dem neuen Stolz der Feuerwehr zuerst eine Löschübung vorgeführt und anschließend bei simulierten Verkehrsunfällen die verschiedenen Gerätschaften vorgeführt. Zum Einsatz kamen: Motorsäge, Rettungsschere, Blechaufreißer, Reifenbohrer und Notstromaggregat. Eine weitreichende und gut angelegte Investition, steht das LF8 heute noch in der Halle und fährt wie eh und je.
Zum ersten - und letzten mal - lud die Freiwillige Feuerwehr Bad Überkingen 1975 zum Floriansmarsch ein. Auf 17 km zwischen Bad Überkingen und den Ortsteilen sollten die Teilnehmer die Gemeinde durchwandern. Kontrollstellen waren eingerichtet und auf der Oberböhringer Heide dampfte ein Kessel mit Gulasch über offenem Feuer für die Hungrigen. Erfreulich war der Anklang, den dieser Lauf bei den Teilnehmern fand, fragten doch viele, ob einmal ein zweiter St. Floriansmarsch stattfinden würde. Weniger erfreulich war allerdings die geringe Teilnehmerzahl, so dass am Ende der Veranstaltung alle außer den Veranstaltern auf ihre Kosten gekommen waren.
Am 17.3.1976 feierte die Feuerwehr 25 Dienstjahre von Hans Mayer, davon 20 als Kommandant. Vom 17. - 19.September 1976 nahm der Löschzug Bad Überkingen an den Feuerwehrwettkämpfen in Holzminden teil.
Das 90jährige Jubiläum des Löschzugs Oberböhringen sollte von der Gesamtfeuerwehr gebührend gefeiert werden. So wurde 1977 das Michelsbergfest ins Leben gerufen.
Ein weiterer wichtiger Schritt war der Bau des neuen Gerätehauses in der Hausener Straße in Bad Überkingen. Früher hatte die Wehr ihr Domizil im Rathaus. Nachdem aber die Räume anderweitig benötigt wurden, musste die Freiwillige Feuerwehr ausziehen. Eine Ersatzunterkunft war schnell gefunden. Die Mineralbrunnen AG stellte Räumlichkeiten zur Verfügung. Doch nun, nach einem guten Jahrzehnt kam hier das gleiche Schicksal.
Nach langer Planung und Bauarbeiten war am 14.9.1979 Richtfest und am 5.9.1980 übergab Bürgermeister Stirm die Schlüssel für das neue Zuhause. Gefeiert wurde natürlich mit großem Pomp. Das i-Tüpfelchen an diesem Wochenende war die Fahnenweihe am darauf folgenden Tag zum gleichzeitigen 110jährigen Jubiläum in der St. Galluskirche. Am nächsten Morgen war dann Tag der offenen Tür. Zur Fahnenweihe hat dann die Geislinger Feuerwehr die Patenschaft für die Überkinger übernommen.
Nicht nur aufgrund der räumlichen Nähe zu Geislingen ist diese Patenschaft zustande gekommen, auch bei Einsätzen durch das gute Zusammenspiel der Feuerwehren. Die vielen gemeinsamen Einsätze haben das bisher gezeigt und so ist Bad Überkingen nicht der schlechteste "Kunde" der Stützpunktfeuerwehr Geislingen.
1981 ist die Ausrüstung durch eine dreiteilige Schiebeleiter erweitert worden, da neue Gebäude höher gen Himmel wuchsen und auch in diesen Fällen die Fenster noch als Fluchtweg benutzt werden sollen können.
Nach 26 Dienstjahren als Kommandant gab Hans Mayer 1982 sein Amt ab. Zu seinem Nachfolger wurde Johannes Hof gewählt, der bis 2007 an der Spitze der Gesamtfeuerwehr stand. Als neues Amt im Überkinger Löschzug wurde der Posten des Zugführers geschaffen. Vorher waren diese Aufgaben vom Kommandanten erledigt worden. Gewählt wurde Adalbert Bischoff.
Als Ersatz für das 1982 ausgemusterte Tragkraftspritzenfahrzeug wurde 1984 ein 23 Jahre altes Tanklöschfahrzeug billig gekauft, als Notlösung sozusagen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Schlauchmaterial samt restlicher Ausrüstung, mit dem das Auto von der Feuerwehr versehen wurde, mehr Wert als das eigentliche Fahrzeug hatte. Ein uriges Gefährt war der Unimog schon. Der Benzinmotor war nur durch ein Blech von der Fahrerkabine getrennt. Beim Fahren hat der Motor gedröhnt, als säße man in einem Düsenflugzeug mit 1000 Stundenkilometer und nicht in einem Feuerwehrauto mit 30 oder 40 Stundenkilometer.
Ersetzt worden sind im Laufe der letzten Jahre in sämtlichen Löschzügen die alten Tragkraftspritzen durch neue "Ultraleicht" Pumpen. Mit mehr als 30 Jahren auf dem Buckel haben sich bei den alten Pumpen die Alterserscheinungen zu sehr bemerkbar gemacht. Die neuen Spritzen zeichnen sich nicht nur durch ein erheblich geringeres Gewicht aus, sondern auch durch eine große Benutzerfreundlichkeit.
Ab 1987 hieß der neue Löschzugführer in Bad Überkingen Ulrich Buck. Von 1992 bis 2007 war Eugen Steichele jun. Inhaber dieses Posten. Seit 2007 wird das Amt von Uwe Aufschläger und Jens Krämer begleitet.
Mit Schere und Spreizer wurde 1990 nochmals die Hilfsmöglichkeiten für Verkehrsunfälle erweitert.
Letzte große Anschaffung war 1994 das neuen Tanklöschfahrzeug TLF 8/18. Ein Fahrzeug, das seiner Ausstattung nach Seinesgleichen sucht. Mit Ach und Krach erhielt die Freiwillige Feuerwehr noch die Sondergenehmigung, ein TLF auf 7,5 t Basis zu beschaffen.
Heutige TLFs in der Norm haben allesamt ein Gewicht über 9 t. Als Sonderwunsch ist noch die Rettungsschere und der Spreizer mit zusätzlichem Generator und Spannungswandler in das Fahrzeug mit eingebaut worden, allerdings auf Kosten des Wassertanks, der verkleinert wurde. Somit ist dieses Fahrzeug optimal für Verkehrsunfälle gerüstet und kann noch mit einem Autoführerschein gefahren werden. Ein TLF noch in dieser Gewichtsklasse mit dieser Ausrüstung dürfte wohl einmalig sein.
In den Jahren 2000 und 2001 wurde für die Löschzüge Hausen und Unterböhringen je ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 beschafft. Bis dahin hatten diese Löschzüge die legendären Tragkraftspritzenfahrzeuge auf Ford Transit gefahren. Mit diesen Beschaffungen standen erstmals Fahrzeuge mit integriertem Wassertank zur Verfügung. Auch wurde damit der Bereich der Technischen Hilfeleistung in den Teilorten deutlich verbessert.
Im Jahr 2007 gab es dann in einer denkwürdigen Hauptversammlung einen Führungswechsel:
Kommandant Johannnes Hof legte nach über 25 Jahren das Amt des Kommandanten in die Hände von Michael Baumeister.
Mit diesem Ausrüstungsstand und einer umfangreichen Ausbildung auf Kreis- und Landesebene kann die Freiwillige Feuerwehr Bad Überkingen unbesorgt in die Zukunft sehen und auch weiterhin schnell und unbürokratisch helfen.
Gegründet wurde die Freiwillige Feuerwehr Hausen 1936. Davor war aber auch schon eine Löschmannschaft vorhanden, wie sich aus dem Zeitungsbericht zum Brand der Kunstmühle im Jahre 1926 ersehen läßt. Wurde zu Urgroßvaters Zeiten sowieso nicht viel geschrieben, so ist noch viel weniger fotografiert worden, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Anfänge etwas im Dunkeln liegen.
Am 110. September wurde Wilhelm Büchele, Landwirt am Ort, als Kommandant gewählt. Als Stellvertreter ist Daniel Straub, ebenfalls auf 5 Jahre gewählt worden. Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte am 27. 10.1936.
Über eine sehr gute Übungsmoral wusste der Schriftführer 1938 im Protokollbuch zu berichten: "Ganz besonders möchte ich noch darauf hinweisen, dass in diesem Jahr nicht einer unentschuldigt von den Übungen gefehlt hat".
Einziges größeres Ereignis in diesem Jahr war der 21. August. Wegen eines wolkenbruchartigen Regens war für die gesamte Feuerwehr ab 11.00 Uhr Bereitschaftsdienst befohlen. Gegen 17.00 Uhr an diesem Sonntag mussten die Hausener doch noch aktiv werden. Mit Hacken und Schaufeln mussten sie die Straße nach Unterböhringen freimachen, da sie durch einen Erdrutsch verschüttet und nicht mehr befahrbar war.
Die nächsten Jahre hindurch wurden die Übungen "vorschriftsmäßig" abgehalten, aber den Krieg bekam auch die Hausener Wehr zu spüren, waren doch viele Feuerwehrmänner zur Wehrmacht eingezogen worden.
1940 wurde ein neuer Schlauchwagen beschafft und 3 Jahre später, am 10. März 1943, kam eine Schiebeleiter zum Preis von 125 Reichsmark dazu. Noch im November 1944 wurde die Ausrüstung um eine neue Motorspritze ergänzt.
Nach dem Krieg berief Bürgermeister Herb alle Männer des Dorfes im Alter von 18 - 45 Jahren zum Rathaus, ein neuer Kommandant war zu wählen. Nach anfänglichem Sträuben erklärte sich schließlich Karl Reinhard bereit, dieses Amt zu übernehmen, da Wilhelm Büchele altershalber zurücktrat.
Feueralarm gab es am 20.10.1947 um 17.20 Uhr. Das Protokoll berichtet: „Die Scheuer neben der Mühle ist in Brand geraten. In denkbar kürzester Zeit war die Wehr am Brandplatze, leider sprang die Motorspritze nicht sofort an, so dass 10 Minuten vergingen, bis 3 Rohre Wasser hatten. Die Geislinger, Unterböhringer, sowie die Göppinger und Degginger Wehr waren mit je einem Löschzug anwesend. Göppingen und Deggingen brauchten aber nicht mehr einzugreifen. Erst am anderen Tag rückte die hiesige Wehr wieder ab, nachdem Geislingen die Nachtwache gestellt hatte". Hier mussten die Hausener leider den Alptraum einer jeden Feuerwehr - wenn auch nur kurz - durchleben, an der Brandstelle zu sein und kein Wasser an den Strahlrohren haben.
Zum stellvertretenden Kommandanten ist 1949 Eugen Büchele gewählt worden. Im Mai desselben Jahres wurde eine Schlauchaufhängungsanlage aufgestellt. In den vielen kleinen Dingen des alltäglichen Feuerwehrlebens war jede Feuerwehr damals sich selbst noch die nächste. So mussten auch hier, wie auch in den anderen Orten üblich, die Schläuche noch selbst in Schuss gehalten werden.
Wie so oft bei den Feuerwehren kleiner Ortschaften drückt das Protokoll aus, dass die Wehrmänner einmal nicht gebraucht wurden: "Im Laufe des Jahres gab es keine besonderen Ereignisse".
Zu gern hätten die Hausener 1952 das Bezirksfeuerwehrfest in Deggingen besucht, allein es ging nicht, da kein einziger eine Ausgehuniform besaß. Aber nicht einzig und allein war nur bei der Bekleidung das Notwendigste vorhanden. 1954 ist der Schlauchbestand festgehalten worden: 180 m C-Schlauch, davon 110 m ungummiert und geflickt und 64 m B-Schlauch, davon 17 m neuwertig, der Rest geflickt. Hier musste man eben mit den spärlichen Mitteln haushalten, die man hatte.
Am 13. März desselben Jahres ist Erwin Buck zum neuen Kommandanten gewählt worden. Karl Reinhard wurde zum Ehrenkommandant ernannt. Doch die Freude über den neuen Kommandanten währte nicht lange. Aus geschäftlichen Gründen verließ Erwin Buck 1955 Hausen und in einer außerordentlichen Hauptversammlung ist Hermann Rapp zum neuen Oberhaupt der Hausener Mannen gewählt worden.
Beim Punkt Verschiedenes der Generalversammlung 1956 sprach Ehrenkommandant Reinhard ein Problem an, das auch heute noch Freiwilligen Feuerwehren allenthalben Sorgen bereitet. Tagsüber arbeiten viele Mitglieder auswärts und sind so im Alarmfall nicht verfügbar. So meinte er, dass unbedingt noch einige Wehrmänner den Maschinistenlehrgang besuchen sollten.
Richtig gefordert wurden die Hausener am 10. Juli 1958. In der Schloßgasse brannte eine Scheune. In kurzer Zeit konnte das Feuer mit 7 Rohren bekämpft werden. Das Vieh wurde gerettet, aber die Scheune ging trotzdem verloren.
Am 11. September traf die neue Motorspritze ein und wurde am 18. September vom TÜV abgenommen. Welche Wichtigkeit dieser Anschaffung beigemessen wurde, ist aus der Tatsache ersichtlich, dass selbst Bürgermeister Wößner anwesend war.
Zu einer recht unchristlichen Zeit, nämlich nachts um 2.00 Uhr, musste am 7. Januar 1959 ausgerückt werden. Trotz schneller Hilfe brannte ein Möbellager mit Wohnung total aus, da der Brand zu spät bemerkt worden war. Auch in diesen Jahren sind ortsübergreifende Übungen praktiziert worden. Am 12. Juli wurde mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Überkingen ein scheinbarer Waldbrand bekämpft. Als Brandursache wurde angenommen, dass Funkenflug aus dem Schornstein der ‚Täleskätter’, die damals per Schiene die Orte des oberen Filstales miteinander verband, zuerst trockenes Gras und dann den Wald entzündet hätte.
Da Hermann Rapp ebenso wie zuvor Erwin Buck aus beruflichen Gründen Hausen verlässt, wird am 22. 6. 1963 Siegfried Neifer als Kommandant eingesetzt.
Gebraucht wird die Feuerwehr wieder in der Nacht vom 17. auf den 18. März 1965. Mit dem Signalhorn am Feuerwehrmagazin alarmieren zwei Autofahrer des Nachts um 2.15 Uhr die Feuerwehr. Beim Vorbeifahren an Hausen hatten sie Feuerschein gesehen. Der Dachstockbrand in der Hauptstraße 47 war so schnell gelöscht, dass die angerückte Geislinger Feuerwehr nicht mehr eingreifen brauchte.
In diesem Jahr noch bemühte sich die Hausener Wehr um den Kreisfeuerwehrtag 1966, der Zuschlag ging aber an Mühlhausen. Trotzdem ließen es sich die Feuerwehrmänner nicht nehmen, mit einem Festwagen am Umzug teilzunehmen, und so berichtet uns das Protokollbuch vom 24. 7. 1966: "22 Wehrmänner starteten daselbst mit einer Rakete auf den ersten Flug zum Mond, landeten aber nach einer Fehlzündung der Rakete inmitten des Bierzeltes in Mühlhausen".
1968 war es aber dann soweit. Der 19. Kreisfeuerwehrtag fand am 5., 6. und 7. Juli in Hausen statt. Damals wie heute mussten umfangreiche Vorarbeiten geleistet werden, damit das Fest, an dem über 1800 Feuerwehrmänner teilnahmen, reibungslos verlief. So sparten weder Zeitung noch die anwesenden Wehrmänner mit Lob für diese gelungene Veranstaltung.
Am 11. 4.1970 kam der nächste Kommandantenwechsel. Karl Reichart konnte als Nachfolger von Siegfried Neifer verpflichtet werden, sein Stellvertreter war Hans Büchele.
1971 kam das erste motorisierte Fahrzeug, ein TSF, nach Hausen. Bügermeister Eiberger übergab im Rahmen einer kleinen Feier am 24. Februar die Schlüssel an den stellvertretenden Kommandanten. Ebenso beglückwünschte Kreisbrandmeister Rau die Hausener zu ihrer neuesten Errungenschaft.
Bei der Eingemeindung am 1.7.1971 erlosch auch die Eigenständigkeit des Löschzugs, nach insgesamt 35 Jahren. Den Posten des neugeschaffenen Löschzugführers übernahm Kommandant Karl Reichart, der dann aber noch im Dezember desselben Jahres aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegte. Neuer Löschzugführer wurde Kurt Straub, zuerst nur kommissarisch und ab der Hauptversammlung 1972 dann als gewähltes Oberhaupt.
Seit 1982 ist bis auf den heutigen Tag Hans Frank mit diesen Amt betraut. Kam es seit der Eingliederung zu größeren Einsätzen, so war auch stets der Löschzug Bad Überkingen mit dabei, bei den ganz großen Sachen natürlich auch Geislingen.
Wie jeder andere Löschzug auch, hatte die Feuerwehr Hausen sämtliche Höhen und Tiefen des Vereinslebens durchlaufen. Trotz allem wurde aber immer die Kameradschaft und gegenseitige Hilfe gepflegt. So sind die jährlichen Ausflüge eine feste Einrichtung des Löschzugs Hausen geworden. Auch im übrigen Vereinsleben von Hausen ist der Löschzug eingebunden, helfen viele ihrer Mitglieder auch bei anderen Veranstaltungen mit, sei es als Feuerwache oder als Vereinsmitglied.
Neben den Löschzügen Bad Überkingen und Hausen ist der Löschzug aus Unterböhringen der Dritte im Bunde. 1871 als eigenständige Feuerwehr gegründet, steht er der Überkinger Wehr an Alter kaum nach.
Nach den häufigen Kommandantenwechseln und den Wirren des Zweiten Weltkrieges hat sich die Unterböhringer Feuerwehr nach und nach wieder gesammelt. Der regelmäßige Übungsdienst wurde wieder aufgenommen, die Jahre gingen ins Land, nur eines blieb: Der - im Ver¬gleich zu heute - damals bescheidene Stand der Ausrüstung und der Ausbildung. Was heute aber so selbstverständlich erscheint, war es früher aber nicht! Erst in den letzten 20 Jahren konnten hier diese Fortschritte erzielt werden. So erinnern sich ältere Feuerwehrmänner in Unterböhringen an die Zeiten nach dem Krieg, an die 50iger und 60iger Jahre. Was Gerät und Schulung nicht hergaben, musste durch Kraft, Geschick, Organisationstalent und Improvisation ausgeglichen werden.
Übungen wurden damals in Unterböhringen wöchentlich gehalten. Will heute ein Feuerwehrmann an einem Übungsdienst teilnehmen, so genügt ein Blick in das Gemeindeblatt und er weiß, wann, wo und wie. Zu Zeiten der 50iger Jahre und davor wurden die Übungsdienste noch samstags durch den Dorfbüttel ausgeschellt. Am Abend des Dienstes selbst ist dann noch ein Hornist auf dem Fahrrad durch Unterböhringen gefahren und hat mit seinen Trompetensignalen auch die Vergesslichen an die Feuerwehr erinnert. Beim Antreten las der Kommandant die Anwesenheitsliste herunter. Wer entschuldigt fehlte, wurde mit 50 Pf. zur Kameradschaftskasse gebeten, blieb jemand unentschuldigt der Übung fern, war 1 DM zu berappen. Danach war es Aufgabe des Kassiers, bei den säumigen Schuldnern das Geld einzutreiben.
Die einzigen Fahrzeuge damals waren zwei Handwagen mit eisenbereiften Holzrädern. Ein jeder Wagen wurde jeweils von 2 Mann geschoben und von 2 Mann gezogen. Der Schlauchwagen war mit dem Standrohr sowie den Schläuchen bestückt. Darüber hinaus waren die Wagen natürlich nur mit dem Notwendigsten versehen, und dem was hinaufpasste, um das Gewicht niedrig zu halten. Brauchte man im Einsatz noch die Leiter, so mussten zwei Mann sie im Gerätehaus von der Wand nehmen und mit ihr zur Einsatzstelle spurten. Ebenso wurde mit dem Einreißhaken verfahren. Der Pumpenwagen war mit einer DKW-Pumpe und den 4 Saugschläuchen beladen. Besserung kam erst 1958. Bürgermeister Seibold beschaffte damals von der Feuerwehr Salach einen Anhänger mit Gummibereifung und eine neue Tragkraftspritze TS 8, zusammen mit neuen, roten Schläuchen. Der Anhänger konnte an einen Traktor angehängt oder noch von Hand gezogen werden. Erst ab dem 10.11.1980 stand ein TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) in der Garage.
Um bei Übungen oder Bränden genug Wasser zu haben, wurde der Rohrbach an entsprechenden Stellen mit Bohlen aufgestaut. Eine so gut ausgebaute Wasserversorgung wie heute gab es damals ja nicht. Daneben war im Oberdorf ein Teich (Wette) vorhanden, der ebenfalls angezapft werden konnte.
Aber nicht nur mit den Fahrzeugen war es damals - verglichen zu heute - verheerend. Heute hat ein jeder Feuerwehrmann als persönliche Schutzausrüstung Helm, Einsatzjacke- und Hose), Stiefel, Handschuhe, Gurt und Beil. Mit Helm, Gurt und Beil lässt sich die persönliche Ausrüstung der Unterböhringer Mannen damals schnell beschreiben. Als Arbeitsuniform diente ganz einfach die Arbeitskleidung. Eine Ausgehuniform hatte nur der Kommandant. Einem heutigen Kreisbrandmeister würden sicher die Haare zu Berge stehen, hätte er eine Feuerwehr mit solch einer Ausrüstung noch in seinem Landkreis.
Die alte Tragkraftspritze (TS), eine olivfarbige Pumpe von DKW, war ein Zweitakter, der seine Tücken hatte. Bei den heutigen modernen Pumpen ist ein Starterzug wie an einem Rasenmäher angebracht. Gas auf, Luft zu, und oft läuft die TS schon nach dem ersten kräftigen Zug. Nicht so die DKW. Sie hatte einen Kickstarter. Der musste aber nicht getreten, sondern gezogen werden. Am Ende eines Hebels war ein Zahnradauschnitt angebracht. Dieser Hebel wurde leicht geschwenkt, so dass die Zähne des Zahnradauschnittes und die des Ritzels auf der Antriebswelle ineinander griffen. Nun wurde der Hebel mit einem kräftigen Ruck nach oben gezogen. Lief der Zweitakter nicht sofort an, wurde der Hebel zurückgeschlagen und einem aus der Hand gerissen. Und bis der Zweitakter einmal rund lief, waren ein paar Fehlzündungen durchaus üblich. Gefährlicher waren, bzw. sind heute noch die Pumpen mit Kurbeln zum Anlassen. Bei ihnen gilt die Vorschrift, dass die Kurbel nur im Affengriff gefasst werden darf. Wird die Kurbel im Klammergriff umfasst und schlägt diese zurück, so kann das den Bruch des Daumens bedeuten. Aber die DKW hatte noch eine andere Eigenart. Oben hatte sie außer dem Benzintank noch einen Behälter mit Wasser zur Kühlung. In den Wintermonaten wurde das Kühlwasser wegen Frostgefahr abgelassen. Frostschutzmittel war zu teuer. Vor den Übungen und bei Einsätzen durfte das Einfüllen des Kühlwassers nicht vergessen werden. So musste der jeweilige Maschinist vor allem auch nachts höllisch aufpassen, dass nicht die Stutzen beim Betanken oder beim Nachfüllen des Wassers verwechselt wurden.
Nach den Übungen oder den Einsätzen mussten neben der Ausrüstung auch die Schläuche gereinigt, geprüft und evtl. repariert werden. Heutzutage kein Problem. Anruf genügt, und die verunreinigten Schläuche werden von der zentralen Schlauchwerkstatt in Geislingen geholt, gesäubert und wieder zurückgebracht. Hier musste sich die Unterböhringer Feuerwehr selbst helfen. Die Schläuche wurden im Hirschbrunnen gewaschen und anschließend an einem Ausleger mit Seilwinde am Rathausgebäude zum Trocknen aufgehängt.
Wie kommt die Feuerwehr nun aber zum Feuer? In unserer jetzigen Zeit, in der ja alles selbstverständlich ist, genügt ein Griff zum Telefon, die Feuerwehrleitstelle nimmt den Anruf entgegen und alarmiert über Funk oder Sirene die Feuerwehr. Zu einer Zeit, in der es diese Einrichtungen alle nicht gab, musste natürlich auf eine andere Methode zurückgegriffen werden. In Unterböhringen waren am Backhaus, am Rathaus/Schulhaus und im Oberdorf in der Nähe Wette (Teich) jeweils ein Feuerhorn außen an den Gebäuden untergebracht.
Wer als erster einen Brand entdeckte, rannte zu einer dieser Stellen und musste so Alarm blasen. Bei Großbränden wurden zusätzlich die Kirchenglocken bemüht und so verkündeten dann auch sie das außerordentliche Ereignis. Mit heutigen Augen betrachtet - eine fast mittelalterliche Methode. Aber ein Vorteil war unbestreitbar: sie funktionierte auch bei Stromausfall. Eine Sirene gab es erst Ende der 50iger Jahre und eine zeitlang wurden beide Möglichkeiten noch parallel genutzt. Fast hätte die Unterböhringer Feuerwehr einmal einen Einsatz verpasst und dennoch durften sie damals die kürzeste Ausrückzeit im Vergleich zu anderen Einsätzen gehabt haben.
Schon in jenen Zeiten muss die Feuerwehr ein Magnet auf die Jungen gewesen sein, denn sie schauten bei den Übungen zu. Bei den Besprechungen im Gerätehaus mussten sie allerdings vor der Türe bleiben. So auch bei der Übung auch am Montag, dem 5.11.1956. Gegen 20.20 Uhr kam aber trotzdem ein Junge ins Gerätehaus gerannt und rief erregt: "Em Onderdorf brennt's". Die Wehrmänner meinten zuerst, er wolle sie foppen und auf die Probe stellen. So wurde er kurzerhand an die frische Luft gesetzt. Einem Feuerwehrmann war es aber doch nicht ganz geheuer und so ging er hinaus und tatsächlich: vom Unterdorf her war verschwommen eine grauschwarze Rauchwolke und Feuerschein zu sehen. Es brannte eine Scheuer beim Backhaus. Nach Auskunft des Protokollbuches hat die Feuerwehr Unterböhringen in Zusammenarbeit mit der Geislinger Wehr auch diesen Brand erfolgreich gelöscht.
Durch die Eingemeindung nach Bad Überkingen 1974 erlischt die Selbständigkeit der Freiwilligen Feuerwehr Unterböhringens. Die Feuerwehr wird als eigenständiger Löschzug in die Überkinger Wehr aufgenommen. Hans Seybold gibt sein Amt ab, zum neuen Löschzugführer wird Walter Reichart gewählt. Kommandant der Gesamtfeuerwehr war Hans Mayer aus Bad Überkingen.
Als 1976 das Gehöft von Georg Rösch brannte, waren auch die Löschzüge aus Hausen und Bad Überkingen zur Stelle. Als der Löschzug Hausen an der Brandstelle eintraf, wurde schon das Wasser knapp. Der Löschteich Wette ging schon zur Neige und aus den Hydranten konnte man auch nicht mehr Wasser herauszaubern, als die Leitung herzugeben vermochte. So machte man aus der Not eine Tugend und zapfte eine nicht mehr gebrauchte Jauchegrube an, die mit Regenwasser gefüllt war. Obwohl dann auch andere Zutaten außer Wasser die Strahlrohre verließen und das Wasser somit ein besonderes "Gschmäckle" hatte, war die Löschwirkung nicht schlechter.
Nach 20 Jahren Tätigkeit als Löschzugführer stellte Walter Reichart 1994 sein Amt zur Verfügung. Als neuer Löschzugführer wird Thomas Fallier an der Hauptversammlung einstimmig gewählt.
Auch wenn es in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden ist, so herrscht trotzdem noch immer derselbe ungebrochene Kameradschaftsgeist in den Reihen des Löschzugs Unterböhringen. Dieses Zusammenstehen und -halten ist eine Grundlage für eine gesicherte Zukunft des Löschzuges, sodass die Mitbürgerinnen und Mitbürger von Unterböhringen auch in den kommenden Jahren auf schnelle Hilfe von ihrem Löschzug im Falle eines Falles hoffen dürfen.
| 1871 |
Eine neue Feuerspritze (Saug-Druckspritze) wird angeschafft und eine Feuerwehrtruppe von 12 - 14 Mann gegründet.
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| 1886 |
Die Feuerwehr wird neu zusammengestellt und ausgerüstet. 5 Züge = 91 Mann |
| 3. Mai 1936 |
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr aus der Pflichtfeuerwehr, durchgeführt von Leonhard Seybold, Brandmeister. |
| 13. November 1938 |
Übergabe der Wehr an Wehrführer Hans Hof. |
| 4. Februar 1940 |
Hans Siehler neuer Wehrführer (häufiger Wechsel durch Einberufungen zu Wehrmacht). |
| 11. Mai 1941 |
Bernhard Seybold löst Hans Siehler ab. |
| 5. Juli 1945 |
Otto Hagmann, Metzgermeister wird neuer Kommandant. |
| 25. Juni 1946 |
Ablösung von Otto Hagmann durch Otto Piper, der die Wehr bis 5. April 1954 führt. |
| 26. Januar 1952 |
Großbrand landwirtschaftliches Anwesen |
| 26. April 1954 |
Hans Ströhle, Zimmermann, führt nun die Unterböhringer Wehr. |
| 9. April 1956 |
Hans Ströhle übergibt das Kommando an Karl Gairing. Dieser behält bis 9. Mai 1960 den Posten. |
| 5. November 1956 |
Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens, Gebäude Hans Allmendinger. |
| 22. November 1956 |
Großbrand bei Katarina Maurer. |
| 2. Dezember 1956 |
Wohnhausbrand in der Reichenbacher Straße bei Michael Wagner. |
| 9. Mai 1960 |
Friedrich Stegmaier leitet nun die Freiwillige Feuerwehr. |
| 1. Januar 1961 |
Hans Seybold, Brandmeister, führt die Wehr bis 1974. |
| 1. Januar 1974 |
Kommandant Hans Seybold gibt sein Amt ab. Zum Zugführer nach der Eingemeindung wurde Walter Reichart gewählt. |
| 18. August 1976 |
Großbrand des Gehöfts von Georg Rösch. |
| 1. Mai 1992 |
Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses. |
| 21. Januar 1994 |
Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Überkingen. Löschzugführer Walter Reichart stellt sein Ehrenamt nach 20 Jahren zur Verfügung und schlägt Thomas Fallier als Nachfolger vor, dessen Wahl einstimmig erfolgt. |
Kleinster Ortsteil unserer Gesamtgemeinde Bad Überkingen ist Oberböhringen auf dem Michelsberg. Jetzt könnte vermutet werden, dass somit auch der Löschzug Oberböhringen der kleinste von allen ist.
Mit insgesamt 18 Mann liegt er aber noch vor den Löschzügen Hausen und Unterböhringen mit jeweils 17 Feuerwehrmännern. Prozentuell gesehen sind 6,4 % der Oberböhringer Bewohner Mitglieder der Feuerwehr. Bad Überkingen hat zwar mit 26 Männern den stärksten Löschzug, aber umgerechnet sind nur ca. 1,3 % der Bevölkerung auch Angehörige der Feuerwehr (Stand 1995).
Natürlich wurde bei Einsätzen schon früher immer im Rahmen des Möglichen geholfen, oft kam die Freiwillige Feuerwehr Geislingen zur Unterstützung hinzu. Da Oberböhringen in früheren Zeiten und auch zum Teil heute noch von den Landwirtschaft lebt, kam es über die Jahre hinweg schon vor, dass ein Bauernhof brannte. Dies war auch schon damals ein Ereignis ersten Ranges für kleinen wie für die großen Dorfbewohner. Wie sehr ein solches Geschehen die Menschen in seinen Bann ziehen kann, können Oberböhringer auch heute noch erzählen. Als Mitte des Jahres 1957 die Nebenscheuer eines Bauernhofes abbrannte, war auch vom Schulhaus aus die Rauchwolke zu sehen. So machte sich auch der Lehrer auf die Socken, das Schauspiel aus der Nähe zu verfolgen. Damit aber die Schülerinnen und Schüler nicht im Wege stünden, hatte er sie kurzerhand im Schulhaus eingeschlossen. Aber hier siegte die menschliche, bzw. die kindliche Neugier und die Mädchen und Jungen stiegen ohne viel Federlesens aus dem Fenster und schauten eben auch zu.
1962 gab es in Oberböhringen für einen Eigentümer an Heilig Abend eine Bescherung der üblen Art. Beim Berghaus St. Michael brannte ein Schuppen, von dem ein Teil als Hühnerstall verwendet wurde. Zusammen mit der Verstärkung aus Geislingen war das Feuer schnell gelöscht. Beim Aufräumen des Brandschutts waren aber die Hühner im Weg und so wurde als sportliche Betätigung vom Löschzug zuerst das Federvieh eingefangen und umquartiert.
Auch vom Alter her gesehen kann der Löschzug Oberböhringen auf eine lange Tradition zurückblicken. Das 90jährige Jubiläum des Löschzugs Oberböhringen sollte gebührend gefeiert werden. So wurde 1977 das Michelbergfest ins Leben gerufen. Am 17. September waren die Bevölkerung und etliche Feuerwehren nach Oberböhringen geladen. Nach dem Festgottesdienst und einer Schauübung folgte der gesellige Teil. Als Attraktion wurde die Blaskapelle auf einem Pferdefuhrwerk zum Festplatz gebracht. Als Einlage wurde den interessierten Zuschauern gezeigt, wie zu einer Zeit, als es noch keine Landmaschinen gab, das Korn gedroschen wurde. Die Prominenz mit Bürgermeister Stirm, Kommandant Enderle und Kommandant Mayer versuchten sich ebenfalls und - so vermerkt der Zeitungsbericht dazu - "... mussten feststellen, dass sie über die "Flegeljahre" noch nicht hinaus sind".
Auch heute noch lädt die Gesamtfeuerwehr alle zwei Jahre zum Michelsbergfest ein. In der Von-Krafft-Strasse ist das Fest nicht nur ein Anziehungspunkt für die Oberböhringer selbst, sondern vor allem auch für die Wanderer und Spaziergänger aus Nah und Fern. Wenn bei gutem Wetter an diesem Sonntag Wald und Feld in sattem Grün und schon leichter Gelb- und Rotfärbung leuchten und zu einem Spaziergang einladen, machen viele Menschen beim Michelbergfest Rast. Bei Kaffee und Kuchen, Pommes, Schweinehals oder Fleischkäse mit Holzofenbrot, Wein oder bei einem kühlen Bier vom Faß, fällt es sicher niemandem schwer, sich hinzusetzen. Bei Speis und Trank, bei Musik, lässt es sich angenehm mit Bekannten plaudern und neue Kräfte für den weiteren Weg sammeln. Ebenso sind die Dreschvorführung immer noch eine Anziehungspunkt. Wie 1977 zeigt eine Gruppe von Wehrmännern aus dem Löschzug den Umgang mit den Dreschflegeln. Eine Kunst übrigens, die gar nicht so einfach ist wie sie aussieht und auch gelernt sein will.
Da Oberböhringen bis zur Eingemeindung 1974 Unterböhringen angehörte, gab es keinen eigentlichen Kommandanten, sondern nur Gruppenführer. Geübt wurde früher Sonntags, eigens dazu kam der Kommandant aus Unterböhringen herauf.
Gruppenführer waren, soweit sie sich noch aufzählen lassen:
- Jakob Ströhle
- Eugen Preßmar
- Hans Reichart
- Wilhelm Rösch
- Hans Ströhle 1967 - 1979
- Helmut Reichart 1979 - heute
Bei der Eingemeindung gab es gleich eine kleine Panne. Aus Versehen wurden von der Gemeindeverwaltung auch den Wehrmännern Feuerwehrgebührenbescheide geschickt. Vier Mitglieder waren darüber so empört, dass sie die Feuerwehr verließen. Als Trostpflaster wurden dann neue Ausgehuniformen beschafft.
Ursprünglich befand sich das Gerätehaus im alten Schulhaus, Ecke Von-Kraft-Straße und Bronnenbühl. 1956 wurde das Backhaus erweitert und für die Feuerwehr hergerichtet. Dorthin kommen auch heute die Wehrmänner noch.
Im August 1983 konnte eine große Lücke im Brandschutz geschlossen werden. Der Anhänger des Löschzugs Unterböhringen wurde übernommen. Erst mit diesem Anhänger kam auch eine Tragkraftspritze nach Oberböhringen. Am selben Tage ist auch der gebaute Löschbehälter mit 200 Kubikmetern Wasser übergeben worden. Vorher war nur ein Handkarren mit Schlauchhaspeln da, Wasser konnte nur von den Hydranten entnommen werden. Der Anhänger blieb bis 1994 das Löschfahrzeug für Oberböhringen. In diesem Jahr bot sich eine ungeahnte Chance. "Schwabenspritze für Hellas" stand damals in großen Lettern in der Zeitung zu lesen. Diese Schwabenspritze, ein TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug), steht heute aber nicht in Griechenland, sondern in Oberböhringen. Der Hintergrund:
Bei der Freiwilligen Feuerwehr Ditzenbach bekam der Löschzug Auendorf ein neues Fahrzeug. Doch bevor das alte TSF beim Schrotthändler enden sollte, könnte es ja noch anderstwo seinen Dienst versehen, bevor die Altersschwäche gar zu spürbar wurde. So sollte es über einen LKW-Händler nach Griechenland verkauft werden. Da das Fahrzeug aber ohne Ausrüstung und Pumpe geliefert werden sollte, trat der Käufer von diesem Geschäft zurück. Der LKW-Händler, auch ein Mitglied im Überkinger Gemeinderat, schaltete schnell; er bot der Gemeinde das Fahrzeug zum Kauf an. Die eine Hälfte würde als Spende bezahlt werden, die Gemeinde hätte also nur noch den Rest des Preises zu begleichen.Der Vorschlag fand in der nächsten Gemeinderatssitzung ein so großes Echo, dass die Gemeinderäte und Bürgermeister Joos sich spontan bereit erklärten, für die restliche Summe aufzukommen. Gesagt, getan, jedes Mitglied des Gremiums zückte seinen Geldbeutel und binnen kurzer Zeit hatte der Kämmerer von einem jedem einen 100 DM Schein in der Hand. Am 4. September 1994 beim Michelbergfest in Oberböhringen war es soweit. Bürgermeister Joos übergab Löschzugführer Helmut Reichart symbolisch die Schlüssel für das Fahrzeug.
Vom Anhänger zum TSF ist es ein großer Schritt, trotz dessen Alters. Es muss kein Traktor kommen, um den Anhänger zu ziehen, die Feuerwehrmänner müssen nicht mehr hinterherrennen oder mit dem eigenen Auto folgen, die Unglücksstelle kann schneller erreicht werden und das alles auf einen Schlag. Wenn man nun bedenkt, dass mit dem Berghaus St. Michael, dem Heim der Aidlinger Schwestern und den Anlagen des Golfplatzes auch größere Gebäude außerhalb Oberböhringens bestehen, so ist das TSF sicherlich keine zu üppige Ausstattung.
Wie bei den anderen Löschzügen ebenfalls, hilft man sich gegenseitig, wenn in einem anderen Ortsteil Not am Manne ist und der eigene Löschzug nicht mehr ausreicht, so z. B. beim verheerenden Hochwasser von 1994 in Bad Überkingen. Außer Hausen und Unterböhringen war auch Oberböhringen mit dabei und so ist auch dieser Löschzug mit seinen 18 Mitgliedern ein wichtiger Teil unserer Gesamtfeuerwehr.
| 1870 - 1886 |
Heinrich Wagner |
| 1886 - 1921 |
Jakob Wagner |
| 1921 - 1935 |
Heinrich Wagner |
| 1935 - 1944 |
Jakob Clauß |
| 1944 - 1956 |
Hans Grüner |
| 1956 - 1982 |
Hans Mayer |
| 1982 - 2007 |
Johannes Hof |
| seit 2007 |
Michael Baumeister |
| 1825 |
27. November |
Unterböhringen |
| 1834 |
24. Januar |
Altenstadt |
| |
31. Januar |
Ganslosen (heutiges Auendorf) |
| |
29. April |
Altenstadt |
| |
19. Juni |
Deggingen |
| 1848 |
31. Januar |
Geislingen |
| |
16. Oktober |
Altenstadt |
| 1849 |
14. August |
Altenstadt |
| 1851 |
29. Dezember |
Ditzenbach |
| 1852 |
31. März |
Gingen |
| 1853 |
02. März |
Gingen |
| |
18. September |
Gingen |
| 1858 |
15. Juni |
Weiler ob Helfenstein |
| |
27. Dezember |
Deggingen |
| 1862 |
20. Juni |
Reichenbach i. Täle |
| |
27. Dezember |
Gingen |
| 1864 |
09. Juni |
Unterböhringen |
| 1865 |
04. November |
Altenstadt |
| 1867 |
13. Januar |
Ditzenbach |
| 1870 |
23. Juni |
Eybach |
| 1871 |
02. Januar |
Reichenbach/Täle |
| |
im August |
Türkheim |
| 1888 |
04. September |
Brand im Anwesen des Jakob Haug, Maurer in Bad Überkingen |
| 1889 |
im Frühjahr |
Bad Überkingen, Brand der Scheuer von Leonhard Frey
|
| 1926 |
09. Februar |
Bad Überkingen, Brand der Scheuer von Leonhard Frey
|
| 1938 |
25. Februar |
Brand der Scheuer und des Dachstocks vom Wohnhaus Seyfang
|
| 1940 |
24. Juni |
Hochwasser
|
| 1947 |
29. Dezember |
Hochwasser
|
| 1955 |
01. April |
Bad Überkingen, Brand am Gasthaus zum Stern
|
| 1956 |
03./04. April |
Hochwasser
|
| 1961 |
24./25. Oktober |
Brand des Auffüllplatzes der Mineralbrunnen AG bei Bad Überkingen
|
| 1967 |
04. März |
Flächenbrand im Gewann Kahlenberg
|
| 1968 |
20. April |
Waldbrand im Gewann Michelsberg
|
| |
01. September |
Brand eines Gerätehauses durch Blitzschlag im Gewann Kahlenberg
|
| 1973 |
15. November |
Hochwasser
|
| |
17. November |
Suchaktion nach einer vermissten Frau
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| 1975 |
22. Februar |
Flächenbrand bei Unterböhringen
|
| 1976 |
19. August |
Brand eines Wirtschaftsgebäudes in Unterböhringen
|
| 1977 |
09. November |
Brand in der Mineralbrunnen AG
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| 1978 |
08. September |
Brand im Heizraum des Bad-Hotels
|
| 1979 |
11. April |
Waldbrand bei Hausen
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| 1980 |
06. Februar |
Müllauto in Fils gestürzt
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| 1981 |
01. Dezember |
Suchaktion nach einem Kind der Fils entlang
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| 1982 |
09./10. Dezember |
Dachstuhlbrand des Kurmittelhauses in Bad Überkingen
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| 1983 |
20. Mai |
Brand Wochenendhaus
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| 1984 |
02. Januar |
Verkehrsunfall auf der B466 Ortsausfahrt Richtung Hausen, Fahrer schwer verletzt
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| 1985 |
26. Juni |
Suchaktion zusammen mit anderen Hilfsorganisationen nach einem Schüler, dieser wird am nächsten Tag tot aufgefunden
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| 1986 |
26. Februar |
Verkehrsunfall auf der B 466, zwei Personen schwer verletzt
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| |
20. Mai |
Suche nach einer Frau aus dem Altenheim
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| |
14. Oktober |
Suche nach einem vermissten Mann
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| 1988 |
16.März |
Hochwasser
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30. Juli |
Verkehrsunfall auf der B466 kurz vor Reichenbach, drei Personen z.T. schwer verletzt
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| 1989 |
27. Juli |
Brand einer Scheuer in Hausen
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13. September |
Verkehrsunfall auf der B 466, 5 Personen schwer verletzt
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| 1990 |
07. Mai |
Verkehrsunfall auf der B 466, zwei Tote
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| 1993 |
13. Februar |
Großbrand in Oberböhringen
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| 1994 |
19. Februar |
Traktor prallt mit Güllefass gegen Haus
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12.-16. April |
"Jahrhunderthochwasser"
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04. September |
Brand der Asylantenunterkunft in Hausen
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© 2010 Freiwillige Feuerwehr Bad Überkingen
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