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Geschichte der vier Löschzüge

1870 bis 1964

Im Jahre 1870 fanden sich mehrere junge Männer der Gemeinde zusam­men, um eine freiwillige Feuerlösch­mannschaft zu bilden. Es war erkannt worden, dass der Erfolg ei­ner Brandbekämpfung nicht nur von der Anzahl der Helfer abhängt, son­dern in erster Linie von deren Aus­bildung und Können.
Bereits vor dieser Zeit waren verschiedene Löschgeräte vorhanden, wie aus al­ten Protokol­len ersichtlich ist. Sie wurden auch bei verschiedenen Bränden in der Umgebung eingesetzt.
Die Feuerlei­tern und Feuerhaken waren im Jahr 1770 unter einem von der Gemein­de erstellten Bretter­dach an "Hans­jörg Mayers, Metz­ger, Söldgarten Mauer" aufgehängt. Die "Gemeinde­feuerspritze, so nur auf einem Kar­ren liegt" stand unter einem auf Kosten der Gemeinde ge­bauten Ver­schlag unten im Badhaus (Bad-Ho­tel). Im Jahr 1811 wurde die unbrauch­bar gewordene Hand­spritze von dem Instrumentenmacher Schweizer repariert und umgegossen. 1845 kam zu der Handspritze eine Fahrfeuerspritze, die von zwei Pferden gezogen wur­de. Beide Spritzen wurden im Sep­tember 1857 um 100 Gulden der Firma Wieland in Ulm bei Erwerb ei­ner neuen Feuerspritze zum Preis von 953 Gulden in Zahlung gege­ben. Diese Spritze versah dann bis zum Kauf der ersten Tragkraftsprit­ze TS 8 am 1.6.1935 ihren Dienst. Eine 30-sprossige Feuerleiter wurde von der Gemeinde 1812 erworben. Im November 1925 wurde sie durch eine Magirus-Leiter ersetzt. Eine entscheidende Verbesserung des Feuerlöschwesens brachte der Bau der Wasserleitung mit Hydranten in den Jahren 1885/1886. Die gesam­ten Baukosten betrugen damals 7454 Mark.
Die Feuerlöschmannschaft wurde im Jahr 1886 zu einer Pflichtfeuer­wehr umgewandelt, die bis 1929 bestan­den hat. Nach dem Beschluss des Gemeinderats vom 10.5.1929 wurde wieder eine Freiwillige Feuer­wehr eingeführt. Die zweite TS 8 erhielt die Freiw. Feuerwehr im Jahre 1957. Von die­sem Zeitpunkt ab wurde die 1935 erworbene TS 8 nur noch bei Hoch­wasser zum Leerpumpen der Keller verwendet.
Am 15.12.1964 konnte ein Feuer­wehrauto der Marke "Ford" in Gien­gen/Brenz abgeholt werden. Bis dahin mussten alle Einsätze zu Fuß geleistet werden. Die erste Bewäh­rungsprobe für das Fahrzeug kam beim Brand einer Heuhütte im Ge­wann Autal.

1965 bis 1974

1965 erwarben am 19. Juni zwei Gruppen der Freiwilligen Feuerwehr das Leistungsabzeichen in Bronze. Diesem Beispiel folgte am 29. Juni 1968 eine dritte Abteilung. Seit die­sem Zeitpunkt haben all die Jahre hindurch immer wieder Gruppen an solchen Prüfungen teilgenommen und Leistungsabzeichen in Bronze, Silber oder Gold geholt. Nur in den wenigsten Fällen kehrten die Kame­raden mit leeren Händen zurück. Dies zeigt beständiges Üben, lange Vorbereitung und - ganz wichtig für solche Gruppen - eine gute Kame­radschaft. Um eine einwandfreie Pflege des vorhandenen Schlauchmaterials zu erzielen, trat die Gemeinde 1966 der Zentralen Schlauchwerkstatt in Geislingen bei. Seither werden dort nach jeder Übung bzw. Einsatz die Schläuche gereinigt, getrocknet und soweit notwendig repariert.
1971 wurden die beiden Gemeinden Bad Überkingen und Hausen verei­nigt. Somit ist die Freiwillige Feuer­wehr Hausen als eigenständiger und gleichberechtigter Löschzug in die Gesamtfeuerwehr eingegliedert wor­den. Kommandant der vereinten Wehren wurde Hans Mayer aus Bad Überkingen, der dort dieses Amt schon seit 1956 innehatte. An der Haupt­versammlung des Jahres 1972, am 14. Januar, sind die Posten neu ver­geben worden. Zum Schriftführer wurde der spätere Kommandant Hof aus Hausen gewählt, gemeinsa­mer Kassier war ab sofort Horst Baumei­ster aus Bad Überkingen. >br/>Wie sich anhand des Protokollbu­ches mit 96 Eintragungen für 1973 sehen läßt, liefen die Übungen, Lehrstunden, Versammlungen und kameradschaftlichen Aktivitäten schon damals auf Hochtouren.
Im Jahre 1974 wurde die Überkin­ger Wehr nochmals erweitert, und zwar im Zuge der Eingemeindung um Unter- und Oberböhringen. Die­se wurden ebenfalls als gleichbe­rech­tigte Löschzüge aufgenommen.
Kommandant Seybold aus Un­ter­böhringen trat zurück und emp­fahl Walter Reichart als neuen Löschzug­führer. In seinem Amt als Gruppen­führer für Oberböh­ringen wurde Hans Ströhle bestä­tigt.
Ein weiterer Meilenstein in der Ge­schichte der Feuerwehr überhaupt war der Kauf eines neuen Lösch­fahrzeugs LF8 für Bad Überkingen. Damals zum stolzen Preis von 120000 DM ist das LF8 zwar keine Wunderwaffe im Kampf gegen das Feuer, aber dennoch eine beträchtli­che Steigerung der Hilfsmöglichkei­ten.

1974 bis 1980

Bei der Schauübung an der Übergabefeier wurde mit dem neuen Stolz der Feuerwehr zuerst eine Löschübung vorgeführt und an­schließend bei simulierten Verkehrs­unfällen die verschiedenen Gerätschaften vorgeführt. Zum Ein­satz kamen: Motorsäge, Rettungs­schere, Blechaufreißer, Reifenbohrer und Notstromaggregat. Eine weitrei­chende und gut angelegte Investiti­on, steht das LF8 heute noch in der Halle und fährt wie eh und je.
Zum ersten - und letzten mal - lud die Freiwillige Feuerwehr Bad Über­kingen 1975 zum Floriansmarsch ein. Auf 17 km zwischen Bad Über­kingen und den Ortsteilen sollten die Teilnehmer die Gemeinde durch­wan­dern. Kontrollstellen waren ein­ge­richtet und auf der Oberböhringer Heide dampfte ein Kessel mit Gu­lasch über offenem Feuer für die Hungrigen. Erfreulich war der An­klang, den dieser Lauf bei den Teil­nehmern fand, fragten doch viele, ob einmal ein zweiter St. Florians­marsch stattfinden würde. Weniger erfreulich war allerdings die geringe Teilnehmerzahl, so dass am Ende der Veranstaltung alle außer den Veran­staltern auf ihre Kosten gekommen waren.
Am 17.3.1976 feierte die Feuer­wehr 25 Dienstjahre von Hans May­er, davon 20 als Kommandant. Vom 17. - 19.September 1976 nahm der Löschzug Bad Überkingen an den Feuerwehr­wett­kämpfen in Holzminden teil.
Das 90jährige Jubiläum des Lösch­zugs Oberböhringen sollte von der Gesamtfeuerwehr gebührend gefei­ert werden. So wurde 1977 das Mi­chelsbergfest ins Leben gerufen.
Ein weiterer wichtiger Schritt war der Bau des neuen Gerätehauses in der Hausener Straße in Bad Überkin­gen. Früher hatte die Wehr ihr Domi­zil im Rathaus. Nachdem aber die Räume anderweitig benötigt wur­den, musste die Freiwillige Feuer­wehr ausziehen. Eine Ersatz­unterkunft war schnell gefun­den. Die Mineralbrunnen AG stellte Räumlichkeiten zur Verfügung. Doch nun, nach einem guten Jahr­zehnt kam hier das gleiche Schick­sal.
Nach langer Planung und Bauarbei­ten war am 14.9.1979 Richtfest und am 5.9.1980 übergab Bürgermeister Stirm die Schlüssel für das neue Zu­hause. Gefeiert wur­de natürlich mit großem Pomp. Das i-Tüpfelchen an diesem Wochenen­de war die Fah­nenweihe am darauf folgenden Tag zum gleichzeitigen 110jährigen Jubi­läum in der St. Gal­luskirche. Am nächsten Morgen war dann Tag der offenen Tür. Zur Fah­nenweihe hat dann die Geislinger Feuerwehr die Patenschaft für die Überkinger über­nommen.

1980 bis 1987

Nicht nur aufgrund der räumlichen Nähe zu Geislingen ist diese Patenschaft zu­stande gekom­men, auch bei Einsät­zen durch das gute Zusammenspiel der Feuerweh­ren. Die vielen gemein­samen Einsät­ze haben das bisher gezeigt und so ist Bad Überkingen nicht der schlechteste "Kunde" der Stütz­punktfeuerwehr Geislingen.
1981 ist die Ausrüstung durch eine dreiteilige Schiebeleiter erweitert worden, da neue Gebäude höher gen Himmel wuchsen und auch in diesen Fällen die Fenster noch als Fluchtweg benutzt werden sollen können.
Nach 26 Dienstjahren als Komman­dant gab Hans Mayer 1982 sein Amt ab. Zu seinem Nachfolger wur­de Johannes Hof gewählt, der bis 2007 an der Spitze der Gesamtfeu­erwehr stand. Als neues Amt im Überkinger Löschzug wurde der Po­sten des Zugführers geschaffen. Vorher waren diese Aufgaben vom Kommandanten erledigt worden. Gewählt wurde Adalbert Bischoff.
Als Ersatz für das 1982 ausgemu­sterte Tragkraftspritzenfahrzeug wurde 1984 ein 23 Jahre altes Tanklöschfahrzeug billig gekauft, als Notlösung sozusagen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Schlauchmaterial samt restlicher Ausrüstung, mit dem das Auto von der Feuerwehr versehen wurde, mehr Wert als das eigentliche Fahr­zeug hatte. Ein uriges Gefährt war der Unimog schon. Der Benzinmotor war nur durch ein Blech von der Fahrerkabine getrennt. Beim Fahren hat der Motor gedröhnt, als säße man in einem Düsenflugzeug mit 1000 Stundenkilometer und nicht in einem Feuerwehrauto mit 30 oder 40 Stundenkilometer.
Ersetzt worden sind im Laufe der letzten Jahre in sämtlichen Löschzü­gen die alten Tragkraftspritzen durch neue "Ultraleicht" Pumpen. Mit mehr als 30 Jahren auf dem Buckel haben sich bei den alten Pumpen die Alterserscheinungen zu sehr bemerkbar gemacht. Die neuen Spritzen zeichnen sich nicht nur durch ein erheblich geringeres Ge­wicht aus, sondern auch durch eine große Benutzerfreundlichkeit.

1987 bis heute

Ab 1987 hieß der neue Löschzug­führer in Bad Überkingen Ulrich Buck. Von 1992 bis 2007 war Eugen Steichele jun. Inha­ber dieses Posten. Seit 2007 wird das Amt von Uwe Aufschläger und Jens Krämer begleitet.
Mit Schere und Spreizer wurde 1990 nochmals die Hilfsmöglichkei­ten für Verkehrsunfälle erweitert.
Letzte große Anschaffung war 1994 das neuen Tanklöschfahrzeug TLF 8/18. Ein Fahrzeug, das seiner Ausstat­tung nach Seinesgleichen sucht. Mit Ach und Krach erhielt die Freiwillige Feuerwehr noch die Sondergenehmi­gung, ein TLF auf 7,5 t Basis zu be­schaffen.
Heutige TLFs in der Norm haben allesamt ein Gewicht über 9 t. Als Sonder­wunsch ist noch die Rettungsschere und der Spreizer mit zusätzlichem Generator und Span­nungswandler in das Fahrzeug mit eingebaut worden, allerdings auf Kosten des Wasser­tanks, der ver­kleinert wurde. Somit ist dieses Fahrzeug optimal für Ver­kehrsunfäl­le gerüstet und kann noch mit einem Autoführerschein gefah­ren werden. Ein TLF noch in dieser Gewichts­klasse mit
dieser Ausrü­stung dürfte wohl einmalig sein.
In den Jahren 2000 und 2001 wurde für die Löschzüge Hausen und Unterböhringen je ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 beschafft. Bis dahin hatten diese Löschzüge die legendären Tragkraftspritzenfahrzeuge auf Ford Transit gefahren. Mit diesen Beschaffungen standen erstmals Fahrzeuge mit integriertem Wassertank zur Verfügung. Auch wurde damit der Bereich der Technischen Hilfeleistung in den Teilorten deutlich verbessert.

Im Jahr 2007 gab es dann in einer denkwürdigen Hauptversammlung einen Führungswechsel:
Kommandant Johannnes Hof legte nach über 25 Jahren das Amt des Kommandanten in die Hände von Michael Baumeister.
Mit diesem Ausrüstungsstand und einer umfangreichen Ausbildung auf Kreis- und Landesebene kann die Freiwillige Feuerwehr Bad Überkin­gen unbesorgt in die Zukunft sehen und auch weiterhin schnell und un­bürokratisch helfen.

1926-1945

Gegründet wurde die Freiwillige Feu­erwehr Hausen 1936. Davor war aber auch schon eine Lösch­mann­schaft vorhanden, wie sich aus dem Zeitungsbericht zum Brand der Kunstmühle im Jahre 1926 er­sehen läßt. Wurde zu Urgroßvaters Zeiten sowieso nicht viel geschrie­ben, so ist noch viel weniger foto­grafiert worden, deshalb ist es nicht ver­wunderlich, dass die Anfänge et­was im Dunkeln liegen.
Am 110. September wurde Wilhelm Büchele, Landwirt am Ort, als Kom­mandant gewählt. Als Stellvertreter ist Daniel Straub, ebenfalls auf 5 Jahre gewählt worden. Der Eintrag ins Vereinsregister erfolgte am 27. 10.1936.
Über eine sehr gute Übungsmoral wusste der Schriftführer 1938 im Protokollbuch zu berichten: "Ganz besonders möchte ich noch darauf hinweisen, dass in diesem Jahr nicht einer unentschuldigt von den Übun­gen gefehlt hat".
Einziges größeres Ereignis in diesem Jahr war der 21. August. Wegen ei­nes wolkenbruchartigen Regens war für die gesamte Feuerwehr ab 11.00 Uhr Bereitschaftsdienst be­fohlen. Gegen 17.00 Uhr an diesem Sonntag mussten die Hausener doch noch aktiv werden. Mit Hacken und Schaufeln mussten sie die Straße nach Unterböhringen freimachen, da sie durch einen Erdrutsch verschüt­tet und nicht mehr befahrbar war.
Die nächsten Jahre hindurch wur­den die Übungen "vorschriftsmäßig" ab­gehalten, aber den Krieg bekam auch die Hausener Wehr zu spüren, waren doch viele Feuerwehrmänner zur Wehrmacht eingezogen worden.
1940 wurde ein neuer Schlauchwa­gen beschafft und 3 Jahre später, am 10. März 1943, kam eine Schiebe­leiter zum Preis von 125 Reichs­mark dazu. Noch im November 1944 wurde die Ausrüstung um ei­ne neue Motorspritze ergänzt.
Nach dem Krieg berief Bürgermei­ster Herb alle Männer des Dorfes im Alter von 18 - 45 Jahren zum Rat­haus, ein neuer Kommandant war zu wählen. Nach anfänglichem Sträuben erklärte sich schließlich Karl Reinhard bereit, dieses Amt zu übernehmen, da Wilhelm Büchele al­tershalber zurücktrat.

1947-1955

Feueralarm gab es am 20.10.1947 um 17.20 Uhr. Das Protokoll berich­tet: „Die Scheuer neben der Mühle ist in Brand geraten. In denk­bar kür­zester Zeit war die Wehr am Brand­platze, leider sprang die Mo­torspritze nicht sofort an, so dass 10 Minuten vergingen, bis 3 Rohre Wasser hatten. Die Geislinger, Un­terböhringer, sowie die Göppinger und Degginger Wehr waren mit je einem Löschzug anwesend. Göppin­gen und Deggingen brauchten aber nicht mehr einzugreifen. Erst am an­deren Tag rückte die hiesige Wehr wieder ab, nachdem Geislingen die Nachtwache gestellt hatte". Hier mussten die Hausener leider den Alp­traum einer jeden Feuerwehr - wenn auch nur kurz - durchleben, an der Brandstelle zu sein und kein Wasser an den Strahlrohren haben.
Zum stellvertretenden Kommandan­ten ist 1949 Eugen Büchele ge­wählt worden. Im Mai desselben Jahres wurde eine Schlauchaufhän­gungs­anlage aufgestellt. In den vie­len klei­nen Dingen des alltäglichen Feuerwehrlebens war jede Feuer­wehr damals sich selbst noch die nächste. So mussten auch hier, wie auch in den anderen Orten üblich, die Schläuche noch selbst in Schuss gehalten werden.
Wie so oft bei den Feuerwehren kleiner Ortschaften drückt das Pro­tokoll aus, dass die Wehrmänner ein­mal nicht gebraucht wurden: "Im Laufe des Jahres gab es keine be­sonderen Ereignisse".
Zu gern hätten die Hausener 1952 das Bezirksfeuerwehrfest in Deggin­gen besucht, allein es ging nicht, da kein einziger eine Ausgehuniform besaß. Aber nicht einzig und allein war nur bei der Bekleidung das Not­wendigste vorhanden. 1954 ist der Schlauchbestand festgehalten wor­den: 180 m C-Schlauch, davon 110 m ungummiert und geflickt und 64 m B-Schlauch, davon 17 m neuwer­tig, der Rest geflickt. Hier musste man eben mit den spärlichen Mitteln haushalten, die man hatte.
Am 13. März desselben Jahres ist Erwin Buck zum neuen Komman­danten gewählt worden. Karl Rein­hard wurde zum Ehrenkommandant ernannt. Doch die Freude über den neuen Kommandanten währte nicht lange. Aus geschäftlichen Gründen verließ Erwin Buck 1955 Hausen und in einer außerordentlichen Hauptversammlung ist Hermann Rapp zum neuen Oberhaupt der Hausener Mannen gewählt worden.

1956 - 1965

Beim Punkt Verschiedenes der Ge­neralversammlung 1956 sprach Eh­renkommandant Reinhard ein Problem an, das auch heute noch Freiwilligen Feuerwehren allenthal­ben Sorgen bereitet. Tagsüber arbei­ten viele Mitglieder auswärts und sind so im Alarmfall nicht ver­fügbar. So meinte er, dass unbedingt noch einige Wehrmänner den Ma­schini­stenlehrgang besuchen soll­ten.
Richtig gefordert wurden die Hause­ner am 10. Juli 1958. In der Schloßgasse brannte eine Scheune. In kurzer Zeit konnte das Feuer mit 7 Rohren bekämpft werden. Das Vieh wurde gerettet, aber die Scheune ging trotzdem verloren.
Am 11. September traf die neue Motorspritze ein und wurde am 18. September vom TÜV abgenommen. Welche Wichtigkeit dieser Anschaf­fung beigemessen wurde, ist aus der Tatsache ersichtlich, dass selbst Bürgermeister Wößner anwesend war.
Zu einer recht unchristlichen Zeit, nämlich nachts um 2.00 Uhr, musste am 7. Januar 1959 ausgerückt wer­den. Trotz schneller Hilfe brann­te ein Möbellager mit Wohnung to­tal aus, da der Brand zu spät bemerkt worden war. Auch in diesen Jahren sind ortsüber­greifende Übungen prakti­ziert wor­den. Am 12. Juli wurde mit der Freiwilligen Feuerwehr Bad Überkin­gen ein scheinbarer Wald­brand be­kämpft. Als Brandursache wurde angenommen, dass Funken­flug aus dem Schornstein der ‚Täles­kätter’, die damals per Schiene die Orte des oberen Filstales miteinan­der ver­band, zuerst trockenes Gras und dann den Wald entzündet hätte.
Da Hermann Rapp ebenso wie zuvor Erwin Buck aus beruflichen Gründen Hausen verlässt, wird am 22. 6. 1963 Siegfried Neifer als Komman­dant eingesetzt.
Gebraucht wird die Feuerwehr wie­der in der Nacht vom 17. auf den 18. März 1965. Mit dem Signalhorn am Feuerwehrmagazin alarmieren zwei Autofahrer des Nachts um 2.15 Uhr die Feuerwehr. Beim Vor­beifahren an Hausen hatten sie Feu­erschein gesehen. Der Dachstockbrand in der Hauptstraße 47 war so schnell gelöscht, dass die angerückte Geislinger Feuerwehr nicht mehr eingreifen brauchte.

1965 bis heute

In diesem Jahr noch bemühte sich die Hausener Wehr um den Kreisfeu­erwehrtag 1966, der Zu­schlag ging aber an Mühlhausen. Trotzdem lie­ßen es sich die Feuer­wehrmänner nicht nehmen, mit ei­nem Festwagen am Umzug teilzunehmen, und so be­richtet uns das Protokollbuch vom 24. 7. 1966: "22 Wehrmänner star­teten daselbst mit einer Rakete auf den ersten Flug zum Mond, landeten aber nach einer Fehlzündung der Ra­kete inmitten des Bierzeltes in Mühl­hausen".
1968 war es aber dann soweit. Der 19. Kreisfeuerwehrtag fand am 5., 6. und 7. Juli in Hausen statt. Da­mals wie heute mussten umfangreiche Vorarbeiten geleistet werden, damit das Fest, an dem über 1800 Feuerwehrmänner teilnahmen, rei­bungslos verlief. So sparten weder Zeitung noch die anwesenden Wehr­männer mit Lob für diese ge­lungene Veranstaltung.
Am 11. 4.1970 kam der nächste Kommandantenwechsel. Karl Reich­art konnte als Nachfolger von Sieg­fried Neifer verpflichtet werden, sein Stellvertreter war Hans Büche­le.
1971 kam das erste motorisierte Fahrzeug, ein TSF, nach Hausen. Bügermeister Eiberger übergab im Rahmen einer kleinen Feier am 24. Februar die Schlüssel an den stell­vertretenden Kommandanten. Eben­so beglückwünschte Kreisbrandmeister Rau die Hausener zu ihrer neuesten Errungenschaft.
Bei der Eingemeindung am 1.7.1971 erlosch auch die Eigenständig­keit des Löschzugs, nach insgesamt 35 Jahren. Den Po­sten des neuge­schaffenen Lösch­zugführers über­nahm Kommandant Karl Reichart, der dann aber noch im Dezember desselben Jahres aus gesundheitli­chen Gründen sein Amt niederlegte. Neuer Löschzugführer wurde Kurt Straub, zuerst nur kom­missarisch und ab der Hauptver­sammlung 1972 dann als gewähltes Ober­haupt.
Seit 1982 ist bis auf den heutigen Tag Hans Frank mit diesen Amt be­traut. Kam es seit der Eingliederung zu größeren Einsätzen, so war auch stets der Löschzug Bad Überkingen mit dabei, bei den ganz großen Sachen natürlich auch Geislingen.
Wie jeder andere Löschzug auch, hatte die Feuerwehr Hausen sämtli­che Höhen und Tiefen des Vereins­lebens durchlaufen. Trotz allem wurde aber immer die Kamerad­schaft und gegenseitige Hilfe ge­pflegt. So sind die jährlichen Ausflüge eine feste Einrichtung des Löschzugs Hausen geworden. Auch im übrigen Vereinsleben von Hausen ist der Löschzug eingebunden, hel­fen viele ihrer Mitglieder auch bei anderen Veranstaltungen mit, sei es als Feuerwache oder als Vereinsmit­glied.

Chronik erster Teil

Neben den Löschzügen Bad Überkingen und Hausen ist der Löschzug aus Unterböhringen der Dritte im Bunde. 1871 als eigenständige Feuerwehr gegründet, steht er der Überkinger Wehr an Alter kaum nach.
Nach den häufigen Kommandantenwechseln und den Wirren des Zweiten Weltkrieges hat sich die Unterböhringer Feuerwehr nach und nach wieder gesammelt. Der regelmäßige Übungsdienst wurde wieder aufgenommen, die Jahre gingen ins Land, nur eines blieb: Der - im Ver¬gleich zu heute - damals bescheidene Stand der Ausrüstung und der Ausbildung. Was heute aber so selbstverständlich erscheint, war es früher aber nicht! Erst in den letzten 20 Jahren konnten hier diese Fortschritte erzielt werden. So erinnern sich ältere Feuerwehrmänner in Unterböhringen an die Zeiten nach dem Krieg, an die 50iger und 60iger Jahre. Was Gerät und Schulung nicht hergaben, musste durch Kraft, Geschick, Organisationstalent und Improvisation ausgeglichen werden.
Übungen wurden damals in Unterböhringen wöchentlich gehalten. Will heute ein Feuerwehrmann an einem Übungsdienst teilnehmen, so genügt ein Blick in das Gemeindeblatt und er weiß, wann, wo und wie. Zu Zeiten der 50iger Jahre und davor wurden die Übungsdienste noch samstags durch den Dorfbüttel ausgeschellt. Am Abend des Dienstes selbst ist dann noch ein Hornist auf dem Fahrrad durch Unterböhringen gefahren und hat mit seinen Trompetensignalen auch die Vergesslichen an die Feuerwehr erinnert. Beim Antreten las der Kommandant die Anwesenheitsliste herunter. Wer entschuldigt fehlte, wurde mit 50 Pf. zur Kameradschaftskasse gebeten, blieb jemand unentschuldigt der Übung fern, war 1 DM zu berappen. Danach war es Aufgabe des Kassiers, bei den säumigen Schuldnern das Geld einzutreiben.
Die einzigen Fahrzeuge damals waren zwei Handwagen mit eisenbereiften Holzrädern. Ein jeder Wagen wurde jeweils von 2 Mann geschoben und von 2 Mann gezogen. Der Schlauchwagen war mit dem Standrohr sowie den Schläuchen bestückt. Darüber hinaus waren die Wagen natürlich nur mit dem Notwendigsten versehen, und dem was hinaufpasste, um das Gewicht niedrig zu halten. Brauchte man im Einsatz noch die Leiter, so mussten zwei Mann sie im Gerätehaus von der Wand nehmen und mit ihr zur Einsatzstelle spurten. Ebenso wurde mit dem Einreißhaken verfahren. Der Pumpenwagen war mit einer DKW-Pumpe und den 4 Saugschläuchen beladen. Besserung kam erst 1958. Bürgermeister Seibold beschaffte damals von der Feuerwehr Salach einen Anhänger mit Gummibereifung und eine neue Tragkraftspritze TS 8, zusammen mit neuen, roten Schläuchen. Der Anhänger konnte an einen Traktor angehängt oder noch von Hand gezogen werden. Erst ab dem 10.11.1980 stand ein TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug) in der Garage.
Um bei Übungen oder Bränden genug Wasser zu haben, wurde der Rohrbach an entsprechenden Stellen mit Bohlen aufgestaut. Eine so gut ausgebaute Wasserversorgung wie heute gab es damals ja nicht. Daneben war im Oberdorf ein Teich (Wette) vorhanden, der ebenfalls angezapft werden konnte.

Chronik zweiter Teil

Aber nicht nur mit den Fahrzeugen war es damals - verglichen zu heute - verheerend. Heute hat ein jeder Feuerwehrmann als persönliche Schutzausrüstung Helm, Einsatzjacke- und Hose), Stiefel, Handschuhe, Gurt und Beil. Mit Helm, Gurt und Beil lässt sich die persönliche Ausrüstung der Unterböhringer Mannen damals schnell beschreiben. Als Arbeitsuniform diente ganz einfach die Arbeitskleidung. Eine Ausgehuniform hatte nur der Kommandant. Einem heutigen Kreisbrandmeister würden sicher die Haare zu Berge stehen, hätte er eine Feuerwehr mit solch einer Ausrüstung noch in seinem Landkreis.
Die alte Tragkraftspritze (TS), eine olivfarbige Pumpe von DKW, war ein Zweitakter, der seine Tücken hatte. Bei den heutigen modernen Pumpen ist ein Starterzug wie an einem Rasenmäher angebracht. Gas auf, Luft zu, und oft läuft die TS schon nach dem ersten kräftigen Zug. Nicht so die DKW. Sie hatte einen Kickstarter. Der musste aber nicht getreten, sondern gezogen werden. Am Ende eines Hebels war ein Zahnradauschnitt angebracht. Dieser Hebel wurde leicht geschwenkt, so dass die Zähne des Zahnradauschnittes und die des Ritzels auf der Antriebswelle ineinander griffen. Nun wurde der Hebel mit einem kräftigen Ruck nach oben gezogen. Lief der Zweitakter nicht sofort an, wurde der Hebel zurückgeschlagen und einem aus der Hand gerissen. Und bis der Zweitakter einmal rund lief, waren ein paar Fehlzündungen durchaus üblich. Gefährlicher waren, bzw. sind heute noch die Pumpen mit Kurbeln zum Anlassen. Bei ihnen gilt die Vorschrift, dass die Kurbel nur im Affengriff gefasst werden darf. Wird die Kurbel im Klammergriff umfasst und schlägt diese zurück, so kann das den Bruch des Daumens bedeuten. Aber die DKW hatte noch eine andere Eigenart. Oben hatte sie außer dem Benzintank noch einen Behälter mit Wasser zur Kühlung. In den Wintermonaten wurde das Kühlwasser wegen Frostgefahr abgelassen. Frostschutzmittel war zu teuer. Vor den Übungen und bei Einsätzen durfte das Einfüllen des Kühlwassers nicht vergessen werden. So musste der jeweilige Maschinist vor allem auch nachts höllisch aufpassen, dass nicht die Stutzen beim Betanken oder beim Nachfüllen des Wassers verwechselt wurden.
Nach den Übungen oder den Einsätzen mussten neben der Ausrüstung auch die Schläuche gereinigt, geprüft und evtl. repariert werden. Heutzutage kein Problem. Anruf genügt, und die verunreinigten Schläuche werden von der zentralen Schlauchwerkstatt in Geislingen geholt, gesäubert und wieder zurückgebracht. Hier musste sich die Unterböhringer Feuerwehr selbst helfen. Die Schläuche wurden im Hirschbrunnen gewaschen und anschließend an einem Ausleger mit Seilwinde am Rathausgebäude zum Trocknen aufgehängt.
Wie kommt die Feuerwehr nun aber zum Feuer? In unserer jetzigen Zeit, in der ja alles selbstverständlich ist, genügt ein Griff zum Telefon, die Feuerwehrleitstelle nimmt den Anruf entgegen und alarmiert über Funk oder Sirene die Feuerwehr. Zu einer Zeit, in der es diese Einrichtungen alle nicht gab, musste natürlich auf eine andere Methode zurückgegriffen werden. In Unterböhringen waren am Backhaus, am Rathaus/Schulhaus und im Oberdorf in der Nähe Wette (Teich) jeweils ein Feuerhorn außen an den Gebäuden untergebracht.

Chronik dritter Teil

Wer als erster einen Brand entdeckte, rannte zu einer dieser Stellen und musste so Alarm blasen. Bei Großbränden wurden zusätzlich die Kirchenglocken bemüht und so verkündeten dann auch sie das außerordentliche Ereignis. Mit heutigen Augen betrachtet - eine fast mittelalterliche Methode. Aber ein Vorteil war unbestreitbar: sie funktionierte auch bei Stromausfall. Eine Sirene gab es erst Ende der 50iger Jahre und eine zeitlang wurden beide Möglichkeiten noch parallel genutzt. Fast hätte die Unterböhringer Feuerwehr einmal einen Einsatz verpasst und dennoch durften sie damals die kürzeste Ausrückzeit im Vergleich zu anderen Einsätzen gehabt haben.
Schon in jenen Zeiten muss die Feuerwehr ein Magnet auf die Jungen gewesen sein, denn sie schauten bei den Übungen zu. Bei den Besprechungen im Gerätehaus mussten sie allerdings vor der Türe bleiben. So auch bei der Übung auch am Montag, dem 5.11.1956. Gegen 20.20 Uhr kam aber trotzdem ein Junge ins Gerätehaus gerannt und rief erregt: "Em Onderdorf brennt's". Die Wehrmänner meinten zuerst, er wolle sie foppen und auf die Probe stellen. So wurde er kurzerhand an die frische Luft gesetzt. Einem Feuerwehrmann war es aber doch nicht ganz geheuer und so ging er hinaus und tatsächlich: vom Unterdorf her war verschwommen eine grauschwarze Rauchwolke und Feuerschein zu sehen. Es brannte eine Scheuer beim Backhaus. Nach Auskunft des Protokollbuches hat die Feuerwehr Unterböhringen in Zusammenarbeit mit der Geislinger Wehr auch diesen Brand erfolgreich gelöscht.
Durch die Eingemeindung nach Bad Überkingen 1974 erlischt die Selbständigkeit der Freiwilligen Feuerwehr Unterböhringens. Die Feuerwehr wird als eigenständiger Löschzug in die Überkinger Wehr aufgenommen. Hans Seybold gibt sein Amt ab, zum neuen Löschzugführer wird Walter Reichart gewählt. Kommandant der Gesamtfeuerwehr war Hans Mayer aus Bad Überkingen.
Als 1976 das Gehöft von Georg Rösch brannte, waren auch die Löschzüge aus Hausen und Bad Überkingen zur Stelle. Als der Löschzug Hausen an der Brandstelle eintraf, wurde schon das Wasser knapp. Der Löschteich Wette ging schon zur Neige und aus den Hydranten konnte man auch nicht mehr Wasser herauszaubern, als die Leitung herzugeben vermochte. So machte man aus der Not eine Tugend und zapfte eine nicht mehr gebrauchte Jauchegrube an, die mit Regenwasser gefüllt war. Obwohl dann auch andere Zutaten außer Wasser die Strahlrohre verließen und das Wasser somit ein besonderes "Gschmäckle" hatte, war die Löschwirkung nicht schlechter.
Nach 20 Jahren Tätigkeit als Löschzugführer stellte Walter Reichart 1994 sein Amt zur Verfügung. Als neuer Löschzugführer wird Thomas Fallier an der Hauptversammlung einstimmig gewählt.
Auch wenn es in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden ist, so herrscht trotzdem noch immer derselbe ungebrochene Kameradschaftsgeist in den Reihen des Löschzugs Unterböhringen. Dieses Zusammenstehen und -halten ist eine Grundlage für eine gesicherte Zukunft des Löschzuges, sodass die Mitbürgerinnen und Mitbürger von Unterböhringen auch in den kommenden Jahren auf schnelle Hilfe von ihrem Löschzug im Falle eines Falles hoffen dürfen.

Zeittafel

1871 Eine neue Feuerspritze (Saug-Druckspritze) wird angeschafft und eine Feuerwehrtruppe von 12 - 14 Mann gegründet.
1886 Die Feuerwehr wird neu zusammengestellt und ausgerüstet. 5 Züge = 91 Mann
3. Mai 1936 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr aus der Pflichtfeuerwehr, durchgeführt von Leonhard Seybold, Brandmeister.
13. November 1938 Übergabe der Wehr an Wehrführer Hans Hof.
4. Februar 1940 Hans Siehler neuer Wehrführer (häufiger Wechsel durch Einberufungen zu Wehrmacht).
11. Mai 1941 Bernhard Seybold löst Hans Siehler ab.
5. Juli 1945 Otto Hagmann, Metzgermeister wird neuer Kommandant.
25. Juni 1946 Ablösung von Otto Hagmann durch Otto Piper, der die Wehr bis 5. April 1954 führt.
26. Januar 1952 Großbrand landwirtschaftliches Anwesen
26. April 1954 Hans Ströhle, Zimmermann, führt nun die Unterböhringer Wehr.
9. April 1956 Hans Ströhle übergibt das Kommando an Karl Gairing. Dieser behält bis 9. Mai 1960 den Posten.
5. November 1956 Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens, Gebäude Hans Allmendinger.
22. November 1956 Großbrand bei Katarina Maurer.
2. Dezember 1956 Wohnhausbrand in der Reichenbacher Straße bei Michael Wagner.
9. Mai 1960 Friedrich Stegmaier leitet nun die Freiwillige Feuerwehr.
1. Januar 1961 Hans Seybold, Brandmeister, führt die Wehr bis 1974.
1. Januar 1974 Kommandant Hans Seybold gibt sein Amt ab. Zum Zugführer nach der Eingemeindung wurde Walter Reichart gewählt.
18. August 1976 Großbrand des Gehöfts von Georg Rösch.
1. Mai 1992 Einweihung des neuen Feuerwehrgerätehauses.
21. Januar 1994 Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Überkingen. Löschzugführer Walter Reichart stellt sein Ehrenamt nach 20 Jahren zur Verfügung und schlägt Thomas Fallier als Nachfolger vor, dessen Wahl einstimmig erfolgt.

Chronik erster Teil

Kleinster Ortsteil unserer Gesamtgemeinde Bad Überkingen ist Oberböhringen auf dem Michelsberg. Jetzt könnte vermutet werden, dass somit auch der Löschzug Oberböhringen der kleinste von allen ist.
Mit insgesamt 18 Mann liegt er aber noch vor den Löschzügen Hausen und Unterböhringen mit jeweils 17 Feuerwehrmännern. Prozentuell gesehen sind 6,4 % der Oberböhringer Bewohner Mitglieder der Feuerwehr. Bad Überkingen hat zwar mit 26 Männern den stärksten Löschzug, aber umgerechnet sind nur ca. 1,3 % der Bevölkerung auch Angehörige der Feuerwehr (Stand 1995).
Natürlich wurde bei Einsätzen schon früher immer im Rahmen des Möglichen geholfen, oft kam die Freiwillige Feuerwehr Geislingen zur Unterstützung hinzu. Da Oberböhringen in früheren Zeiten und auch zum Teil heute noch von den Landwirtschaft lebt, kam es über die Jahre hinweg schon vor, dass ein Bauernhof brannte. Dies war auch schon damals ein Ereignis ersten Ranges für kleinen wie für die großen Dorfbewohner. Wie sehr ein solches Geschehen die Menschen in seinen Bann ziehen kann, können Oberböhringer auch heute noch erzählen. Als Mitte des Jahres 1957 die Nebenscheuer eines Bauernhofes abbrannte, war auch vom Schulhaus aus die Rauchwolke zu sehen. So machte sich auch der Lehrer auf die Socken, das Schauspiel aus der Nähe zu verfolgen. Damit aber die Schülerinnen und Schüler nicht im Wege stünden, hatte er sie kurzerhand im Schulhaus eingeschlossen. Aber hier siegte die menschliche, bzw. die kindliche Neugier und die Mädchen und Jungen stiegen ohne viel Federlesens aus dem Fenster und schauten eben auch zu.
1962 gab es in Oberböhringen für einen Eigentümer an Heilig Abend eine Bescherung der üblen Art. Beim Berghaus St. Michael brannte ein Schuppen, von dem ein Teil als Hühnerstall verwendet wurde. Zusammen mit der Verstärkung aus Geislingen war das Feuer schnell gelöscht. Beim Aufräumen des Brandschutts waren aber die Hühner im Weg und so wurde als sportliche Betätigung vom Löschzug zuerst das Federvieh eingefangen und umquartiert.
Auch vom Alter her gesehen kann der Löschzug Oberböhringen auf eine lange Tradition zurückblicken. Das 90jährige Jubiläum des Löschzugs Oberböhringen sollte gebührend gefeiert werden. So wurde 1977 das Michelbergfest ins Leben gerufen. Am 17. September waren die Bevölkerung und etliche Feuerwehren nach Oberböhringen geladen. Nach dem Festgottesdienst und einer Schauübung folgte der gesellige Teil. Als Attraktion wurde die Blaskapelle auf einem Pferdefuhrwerk zum Festplatz gebracht. Als Einlage wurde den interessierten Zuschauern gezeigt, wie zu einer Zeit, als es noch keine Landmaschinen gab, das Korn gedroschen wurde. Die Prominenz mit Bürgermeister Stirm, Kommandant Enderle und Kommandant Mayer versuchten sich ebenfalls und - so vermerkt der Zeitungsbericht dazu - "... mussten feststellen, dass sie über die "Flegeljahre" noch nicht hinaus sind".
Auch heute noch lädt die Gesamtfeuerwehr alle zwei Jahre zum Michelsbergfest ein. In der Von-Krafft-Strasse ist das Fest nicht nur ein Anziehungspunkt für die Oberböhringer selbst, sondern vor allem auch für die Wanderer und Spaziergänger aus Nah und Fern. Wenn bei gutem Wetter an diesem Sonntag Wald und Feld in sattem Grün und schon leichter Gelb- und Rotfärbung leuchten und zu einem Spaziergang einladen, machen viele Menschen beim Michelbergfest Rast. Bei Kaffee und Kuchen, Pommes, Schweinehals oder Fleischkäse mit Holzofenbrot, Wein oder bei einem kühlen Bier vom Faß, fällt es sicher niemandem schwer, sich hinzusetzen. Bei Speis und Trank, bei Musik, lässt es sich angenehm mit Bekannten plaudern und neue Kräfte für den weiteren Weg sammeln. Ebenso sind die Dreschvorführung immer noch eine Anziehungspunkt. Wie 1977 zeigt eine Gruppe von Wehrmännern aus dem Löschzug den Umgang mit den Dreschflegeln. Eine Kunst übrigens, die gar nicht so einfach ist wie sie aussieht und auch gelernt sein will.

Chronik zweiter Teil

Da Oberböhringen bis zur Eingemeindung 1974 Unterböhringen angehörte, gab es keinen eigentlichen Kommandanten, sondern nur Gruppenführer. Geübt wurde früher Sonntags, eigens dazu kam der Kommandant aus Unterböhringen herauf.
Gruppenführer waren, soweit sie sich noch aufzählen lassen:
- Jakob Ströhle
- Eugen Preßmar
- Hans Reichart
- Wilhelm Rösch
- Hans Ströhle 1967 - 1979
- Helmut Reichart 1979 - heute
Bei der Eingemeindung gab es gleich eine kleine Panne. Aus Versehen wurden von der Gemeindeverwaltung auch den Wehrmännern Feuerwehrgebührenbescheide geschickt. Vier Mitglieder waren darüber so empört, dass sie die Feuerwehr verließen. Als Trostpflaster wurden dann neue Ausgehuniformen beschafft.
Ursprünglich befand sich das Gerätehaus im alten Schulhaus, Ecke Von-Kraft-Straße und Bronnenbühl. 1956 wurde das Backhaus erweitert und für die Feuerwehr hergerichtet. Dorthin kommen auch heute die Wehrmänner noch.
Im August 1983 konnte eine große Lücke im Brandschutz geschlossen werden. Der Anhänger des Löschzugs Unterböhringen wurde übernommen. Erst mit diesem Anhänger kam auch eine Tragkraftspritze nach Oberböhringen. Am selben Tage ist auch der gebaute Löschbehälter mit 200 Kubikmetern Wasser übergeben worden. Vorher war nur ein Handkarren mit Schlauchhaspeln da, Wasser konnte nur von den Hydranten entnommen werden. Der Anhänger blieb bis 1994 das Löschfahrzeug für Oberböhringen. In diesem Jahr bot sich eine ungeahnte Chance. "Schwabenspritze für Hellas" stand damals in großen Lettern in der Zeitung zu lesen. Diese Schwabenspritze, ein TSF (Tragkraftspritzenfahrzeug), steht heute aber nicht in Griechenland, sondern in Oberböhringen. Der Hintergrund:
Bei der Freiwilligen Feuerwehr Ditzenbach bekam der Löschzug Auendorf ein neues Fahrzeug. Doch bevor das alte TSF beim Schrotthändler enden sollte, könnte es ja noch anderstwo seinen Dienst versehen, bevor die Altersschwäche gar zu spürbar wurde. So sollte es über einen LKW-Händler nach Griechenland verkauft werden. Da das Fahrzeug aber ohne Ausrüstung und Pumpe geliefert werden sollte, trat der Käufer von diesem Geschäft zurück. Der LKW-Händler, auch ein Mitglied im Überkinger Gemeinderat, schaltete schnell; er bot der Gemeinde das Fahrzeug zum Kauf an. Die eine Hälfte würde als Spende bezahlt werden, die Gemeinde hätte also nur noch den Rest des Preises zu begleichen.Der Vorschlag fand in der nächsten Gemeinderatssitzung ein so großes Echo, dass die Gemeinderäte und Bürgermeister Joos sich spontan bereit erklärten, für die restliche Summe aufzukommen. Gesagt, getan, jedes Mitglied des Gremiums zückte seinen Geldbeutel und binnen kurzer Zeit hatte der Kämmerer von einem jedem einen 100 DM Schein in der Hand. Am 4. September 1994 beim Michelbergfest in Oberböhringen war es soweit. Bürgermeister Joos übergab Löschzugführer Helmut Reichart symbolisch die Schlüssel für das Fahrzeug.
Vom Anhänger zum TSF ist es ein großer Schritt, trotz dessen Alters. Es muss kein Traktor kommen, um den Anhänger zu ziehen, die Feuerwehrmänner müssen nicht mehr hinterherrennen oder mit dem eigenen Auto folgen, die Unglücksstelle kann schneller erreicht werden und das alles auf einen Schlag. Wenn man nun bedenkt, dass mit dem Berghaus St. Michael, dem Heim der Aidlinger Schwestern und den Anlagen des Golfplatzes auch größere Gebäude außerhalb Oberböhringens bestehen, so ist das TSF sicherlich keine zu üppige Ausstattung.
Wie bei den anderen Löschzügen ebenfalls, hilft man sich gegenseitig, wenn in einem anderen Ortsteil Not am Manne ist und der eigene Löschzug nicht mehr ausreicht, so z. B. beim verheerenden Hochwasser von 1994 in Bad Überkingen. Außer Hausen und Unterböhringen war auch Oberböhringen mit dabei und so ist auch dieser Löschzug mit seinen 18 Mitgliedern ein wichtiger Teil unserer Gesamtfeuerwehr.

1870 - 1886 Heinrich Wagner
1886 - 1921 Jakob Wagner
1921 - 1935 Heinrich Wagner
1935 - 1944 Jakob Clauß
1944 - 1956 Hans Grüner
1956 - 1982 Hans Mayer
1982 - 2007 Johannes Hof
seit 2007 Michael Baumeister

vor ihrer Gründung 1870

1825 27. November Unterböhringen
1834 24. Januar Altenstadt
  31. Januar Ganslosen (heutiges Auendorf)
  29. April Altenstadt
  19. Juni Deggingen
1848 31. Januar Geislingen
  16. Oktober Altenstadt
1849 14. August Altenstadt
1851 29. Dezember Ditzenbach
1852 31. März Gingen
1853 02. März Gingen
  18. September Gingen
1858 15. Juni Weiler ob Helfenstein
  27. Dezember Deggingen
1862 20. Juni Reichenbach i. Täle
  27. Dezember Gingen
1864 09. Juni Unterböhringen
1865 04. November Altenstadt
1867 13. Januar Ditzenbach

nach ihrer Gründung 1870

1870 23. Juni Eybach
1871 02. Januar Reichenbach/Täle
  im August Türkheim
1888 04. September Brand im Anwesen des Jakob Haug, Maurer in Bad Überkingen
1889 im Frühjahr

Bad Überkingen, Brand der Scheuer von Leonhard Frey

1926 09. Februar

Bad Überkingen, Brand der Scheuer von Leonhard Frey

1938 25. Februar

Brand der Scheuer und des Dachstocks vom Wohnhaus Seyfang

1940 24. Juni

Hochwasser

1947 29. Dezember

Hochwasser

1955 01. April

Bad Überkingen, Brand am Gasthaus zum Stern

1956 03./04. April

Hochwasser

1961 24./25. Oktober

Brand des Auffüllplatzes der Mineralbrunnen AG bei Bad Überkingen

1967 04. März

Flächenbrand im Gewann Kahlenberg

1968 20. April

Waldbrand im Gewann Michelsberg

  01. September

Brand eines Gerätehauses durch Blitzschlag im Gewann Kahlenberg

1973 15. November

Hochwasser

  17. November

Suchaktion nach einer vermissten Frau

1975 22. Februar

Flächenbrand bei Unterböhringen

1976 19. August

Brand eines Wirtschaftsgebäudes in Unterböhringen

1977 09. November

Brand in der Mineralbrunnen AG

1978 08. September

Brand im Heizraum des Bad-Hotels

1979 11. April

Waldbrand bei Hausen

1980 06. Februar

Müllauto in Fils gestürzt

1981 01. Dezember

Suchaktion nach einem Kind der Fils entlang

1982 09./10. Dezember

Dachstuhlbrand des Kurmittelhauses in Bad Überkingen

1983 20. Mai

Brand Wochenendhaus

1984 02. Januar

Verkehrsunfall auf der B466 Ortsausfahrt Richtung Hausen, Fahrer schwer verletzt

1985 26. Juni

Suchaktion zusammen mit anderen Hilfsorganisationen nach einem Schüler, dieser wird am nächsten Tag tot aufgefunden

1986 26. Februar

Verkehrsunfall auf der B 466, zwei Personen schwer verletzt

  20. Mai

Suche nach einer Frau aus dem Altenheim

  14. Oktober

Suche nach einem vermissten Mann

1988 16.März

Hochwasser

  30. Juli

Verkehrsunfall auf der B466 kurz vor Reichenbach, drei Personen z.T. schwer verletzt

1989 27. Juli

Brand einer Scheuer in Hausen

  13. September

Verkehrsunfall auf der B 466, 5 Personen schwer verletzt

1990 07. Mai

Verkehrsunfall auf der B 466, zwei Tote

1993 13. Februar

Großbrand in Oberböhringen

1994 19. Februar

Traktor prallt mit Güllefass gegen Haus

  12.-16. April

"Jahrhunderthochwasser"

  04. September

Brand der Asylantenunterkunft in Hausen

 
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