Spannende Einsätze, aber bitte ohne Strom

Anhand von Bildern einer Trafostation erklärte Reinfried Köhler vom AEW Aufbau und Funktion einer sogenannten Kompaktstation, in der 20.000 Volt in 400 Volt für den Hausgebrauch umgespannt werden.
Ein theoretischer Unterricht der ganz besonderen Art hatte am Montag, dem 21. Februar, bei der Freiwilligen Feuerwehr in Bad Überkingen stattgefunden. Rund um das Thema Elektrizität informierte Reinfried Köhler, Abteilungsleiter für Netzplanung und Netzbetrieb beim AEW, rund 50 aktive Feuerwehrangehörige aus allen Löschzügen.
In dem speziell auf Bad Überkinger Verhältnisse abgestimmten Vortrag erläuterte Reinfried Köhler zunächst den allgemeinen Aufbau des Stromnetzes mit den Überlandleitungen mit bis zu 380.000 Volt Spannung und der Verteilung des Stromes über Umspannwerke bis zur Versorgungsleitung nach Bad Überkingen mit 20.000 Volt. Ortsnah werden in Trafostationen die 20.000 Volt dann auf 400 Volt umgespannt und über Freileitungen oder Erdkabel an die Haushalte weitergeleitet.
Nach einem kurzen Abriß über die verschiedenen Arten von Trafostationen und Verteilerschränke im Ortsgebiet erklärte Reinfried Köhler die Abläufe im AEW, nach denen eine Trafostation, eine Freilandleitung oder ein Erdkabel vom Bereitschaftsdienst des AEW freigeschaltet werden muß, damit die Feuerwehr im Einsatz gefahrlos tätig werden kann. Besonders wichtig ist aus seiner Sicht eine entsprechende Abstimmung zwischen Feuerwehr und AEW an der Einsatzstelle um die Gefahren durch elektrischen Strom weitgehend ausschließen zu können. Ebenso wurden die Verhaltensweisen an der Einsatzstelle angesprochen, insbesondere einzuhaltende Abstände zu spannungsführenden Leitungen, Abstände beim Löschen mit Wasser, Pulver oder Schaum usw.
Besonders ausführlich wurde von Reinfried Köhler das Thema Photovoltaik-Anlagen behandelt und die hier auftretenden Gefahren. So liefert z.B. eine Photovoltaik-Anlage auch bei nur sehr schwachem Sonnenschein oder diffusem Licht eine für Unbeteiligte und auch Einsatzkräfte gefährliche Spannung, ein Umstand der noch durch die Tatsache verschärft wird, dass die heute gängigen Photovoltaik-Anlagen erst ab dem Wechselrichter abgeschaltet werden können, der in einem Gebäude sich durchaus auch in größerer Entfernung von den auf dem Dach angebrachten Photovoltaik-Modulen befinden kann. Aufgrund der großen Zahl von Photovoltaik-Anlagen auch auf Bad Überkinger Dächern wies Reinfried Köhler noch auf die Feuerwehr Filderstadt hin, die zusammen mit einem Photovoltaik-Anlagenbetreiber eine Infokarte für die Feuerwehr entwickelt hatte. In dieser Karte sind unter anderem auch die Lage der verschiedenen Anlagenteile eingezeichnet, so daß die Feuerwehr gezielt an der Einsatzstelle den Gefahren begegnen und zur Brandbekämpfung oder Hilfeleistung vorgehen kann. Eine Möglichkeit, mit der sich die Freiwillige Feuerwehr in Bad Überkingen auch schon im Vorfeld auf entsprechende Einsätze vorbereiten könnte.
In seinem spannenden Vortrag hatte Reinfried Köhler den Feuerwehrangehörigen gezeigt, daß den Gefahren der Elektrizität, die eine große Rolle in unserem Leben führt, durch eine entsprechende vorsichtige Vorgehensweise und enge Abstimmung zwischen dem AEW als Energierversorger und der Freiwilligen Feuerwehr durchaus erfolgreich begegnet werden kann. |